20 Jahre Internationaler Schulbauernhof Hardegsen

Jährlich besuchen etwa 3.500 Kinder und Jugendliche den Hof, um aktiv am landwirtschaftlichen Alltag teilzunehmen Foto: Internationaler Schulbauernhof Hardegsen

Jährlich besuchen 3.500 Kinder und Jugendliche den Betrieb im Landkreis Northeim

L P D – Wenn Tiere versorgen, bei der Feld- und Gartenarbeit mithelfen oder Lebensmittel erzeugen und Speisen zubereiten auf dem Stundenplan stehen, dann findet der Unterricht auf dem Internationalen Schulbauernhof Hardegsen statt, und hier macht Schule immer Spaß. „Jährlich besuchen etwa 3.500 Kinder und Jugendliche den Hof, um aktiv am landwirtschaftlichen Alltag teilzunehmen“, erklärt Manuel Bartens, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands Northeim-Osterode. „Unser Schulbauernhof richtet sich in erster Linie an Schulklassen aller Jahrgangsstufen, von der Grundschule bis zur Oberstufe, aber es gibt auch spezielle Programme für Kindergärten, Familiengruppen und junge Erwachsene, etwa im Rahmen von Umweltbildungsprojekten oder Freiwilligendiensten“, beschreibt Bartens die Vielfalt dieses besonderen außerschulischen Lernortes im südniedersächsischen Hardegsen-Hevensen.

Ob als Klassenfahrt von Montag bis Freitag oder tageweise für bestimmte Projekte: Auf dem Dreiseiten-Hof aus dem 17. Jahrhundert werden die Besucher im Sinne der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) in die täglichen Stall-, Feld- und Gartenarbeiten eingebunden. Hier übernehmen sie Verantwortung bei der Tierversorgung, der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung sowie in Haus- und Hofarbeiten. „Dieses handlungsorientierte Lernen fördert nicht nur die Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, sondern gibt unseren Besuchern einen wichtigen und reellen Einblick in die moderne Landwirtschaft“, führt Bartens aus.

Vor 20 Jahren hat das Landvolk Northeim-Osterode mit weiteren Mitgliedern den Internationalen Schulbauernhof gegründet und ist seitdem auch Gesellschafter. Durch Corona und die damit ausbleibenden Klassenfahrten geriet der Hof in eine finanzielle Schieflage. Hinzu kamen noch besondere Auflagen, die den laufenden Betrieb des Schulbauernhofes zusätzlich belasteten: „Für unseren Planwagen-Trecker für bis zu 40 Personen, der mit zum Konzept gehört, lief beispielsweise eine Sondergenehmigung aus. Statt mit einem Trecker-Führerschein durfte dieser nur noch von Personen mit Bus-Führerschein bewegt werden, was hohe fünfstellige Kosten verursachte. Nach langen Verhandlungen konnten wir eine Sondergenehmigung erreichen. Jetzt sind wir wieder bei den Besucherzahlen auf Vor-Corona-Niveau und für das Finanzielle haben wir weitere Unterstützer und Partner gefunden“, berichtet sich Bartens, der seit November 2024 als Interims-Geschäftsführer des Schulbauernhofes tätig ist.

Für das Landvolk Northeim-Osterode sei es zudem selbstverständlich gewesen, diesem besonderen Lernort in der schwierigen Situation personell unter die Arme zu greifen. „Unser Ziel ist nun, eine Vollauslastung zu bekommen, um auch in den kommenden Jahren Kindern und Jugendlichen nicht nur aus Niedersachsen, sondern gern auch aus ganz Deutschland zu zeigen, wie so ein konventionell geführter Bauernhof mit einem Dutzend Rindern und Schafen sowie 260 Legehennen funktioniert“, ergänzt Manuel Bartens. Weitere Infos zum Schulbauernhof sind unter www.internationaler-schulbauernof.de zu finden. (LPD 15/2025)

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