30 Jahre „Kompetenz in Rübe“

Foto: ZAV-DNZ

Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) wird 30 Jahre alt

L P D – Vor 30 Jahren haben zwölf regionale Rübenanbauerverbände den Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) gegründet. Zeitgleich mit der politischen Wende in Deutschland befand sich damals auch die norddeutsche Zuckerwirtschaft im Umbruch. Seither hat sich ein massiver Strukturwandel vollzogen, womit sich die Branche rechtzeitig auf die Reformen der zuckerwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingestellt hat. Angesichts der zunehmenden Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU durch gekoppelte Beihilfen und Sonderregelungen im Pflanzenschutz stehen die Rübenanbauer heute vor neuen großen Herausforderungen.

Mehr als 25 Jahre der Verbandsgeschichte prägte die Europäische Zuckermarktverordnung den politischen Rahmen. Mit Zuckerquoten und Rübenmindestpreisen hatten alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette eine angemessene Planungssicherheit. Seit der Deregulierung des EU-Zuckermarktes haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse deutlich verschlechtert. Während sich der Rübenanbau im Wettbewerb mit Konkurrenzkulturen behaupten muss, schreiben die Zuckerunternehmen Verluste. „Für einen fairen Wettbewerb auf dem Gemeinsamen Markt brauchen wir einheitliche Rahmenbedingen“, fordert der DNZ-Vorsitzende Helmut Bleckwenn. „Es darf nicht sein, dass andere EU-Mitgliedstaaten ihre Rübenerzeuger auf nationaler Ebene unterstützen, während wir in Deutschland allein zusehen müssen, wie wir klarkommen“. In Zusammenarbeit mit allen Partnern wird der DNZ deshalb seine Aktionen unter dem Motto „Fair Play für heimische Zuckerrüben fortsetzen.“

Eine faktenbasierte Lobbyarbeit bleibt wichtiger Bestandteil der Verbandsarbeit. Der DNZ hat sich „Kompetenz in Rübe“ auf die Fahnen geschrieben und will auch künftig die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für seine Mitglieder aktiv mitgestalten.

Vor 30 Jahren gab es im Verbandsgebiet fast 20.000 Rübenanbauer, heute sind es nur noch rund 6.000. Die Rübenanbaufläche hat sich im selben Zeitraum von einst 270.000 Hektar (ha) auf aktuell 140.000 ha nahezu halbiert. „Die Herausforderungen sind größer geworden, aber die Rübe ist mitgewachsen“, resümiert Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des DNZ. So sind die durchschnittlichen Zuckererträge innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte im Verbandsgebiet von acht auf 14 Tonnen je Hektar gestiegen. Dies ist sowohl auf Züchtungserfolge als auch auf verbesserte Anbautechniken und Beratungsdienstleistungen zurückzuführen. Für die diesjährige Rübenernte rechnet der DNZ mit Zuckererträgen von 13 bis 14 Tonnen je Hektar (Vorjahr 12,6). (LPD 72/2020)

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