Agrarstudium: Zukunft der Landwirtschaft mitgestalten

Zu den Studiengängen im grünen Bereich zählen die Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften sowie die Veterinärmedizin mit ihren jeweiligen Fachrichtungen. Der Studiengang Agrarwissenschaften bleibt dabei weiterhin am beliebtesten Foto: Landpixel

Der Weg in die grüne Branche lohnt sich – trotz sinkender Studentenzahlen

L P D – Mit weniger als 60.000 Einschreibungen verzeichnen die „grünen Studiengänge“ in diesem Jahr den niedrigsten Stand seit Beginn der Erfassung im Wintersemester 2015/16. Zu diesem Bereich zählen die Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften sowie die Veterinärmedizin mit ihren jeweiligen Fachrichtungen. Der Studiengang Agrarwissenschaften bleibt dabei weiterhin am beliebtesten: Laut Zahlen des statistischen Bundesamts waren rund 13.700 Studentinnen und Studenten im Wintersemester 2024/25 eingeschrieben, gefolgt von der Tiermedizin mit 7.851 und der Ernährungswissenschaft mit 7.048 Studenten.

Warum sich ein Agrarstudium lohnt, berichtet Nina von der Lieth, Absolventin der Agrarwissenschaften in Kiel, im Gespräch mit dem Landvolk-Pressedienst. Trotz rückläufiger Studentenzahlen in den Agrarwissenschaften ist sie überzeugt: „Das Studium ist fachlich wie persönlich eine wertvolle Erfahrung.“ Die junge Agrarwissenschaftlerin ist auf einem Betrieb in Niedersachsen aufgewachsen, den heute ihr Vater gemeinsam mit ihrem Bruder führt. „Da die Hofnachfolge früh geregelt war, habe ich mir nach dem Abitur die Frage gestellt, wie ich mich trotzdem in die Landwirtschaft beruflich einbringen kann“, erzählt sie. Ihr Interesse an Tieren und betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen führte sie schließlich an die Universität Kiel, wo sie Agrarwissenschaften mit wirtschaftlichem Schwerpunkt studierte.

Im Studium selbst hat sie den Rückgang der Studierendenzahlen durchaus bemerkt. „Man spürt es in den Vorlesungen, aber auch im studentischen Leben. Es ist schwieriger geworden, junge Menschen zu motivieren, sich neben dem Studium zu engagieren“, berichtet sie. Der Hofhintergrund spielt heute keine große Rolle: „Viele Agrarstudenten kommen inzwischen ohne eigenen Betrieb, sie bringen das Interesse durch Praktika oder den Bezug zur Natur mit. Das bereichert die Diskussionen ungemein.“

Besonders schätzt die junge Absolventin die Vielfalt der Studieninhalte: „Von Naturwissenschaften über Betriebswirtschaft bis hin zu Politik und Recht – man lernt, komplexe Zusammenhänge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.“ Dadurch eröffne sich ein breites berufliches Spektrum: „Ich arbeite derzeit in der landwirtschaftlichen Betriebsberatung und schreibe meine Masterarbeit. Langfristig möchte ich in diesem Bereich bleiben. Der direkte Kontakt zu den Landwirten liegt mir einfach am Herzen.“

Was man verpasst, wenn man sich nicht für diesen Weg entscheidet? „Ganz klar: eine prägende Zeit mit vielen persönlichen und fachlichen Erfahrungen. Man baut ein starkes Netzwerk auf, das in unserer Branche besonders wertvoll ist.“ Darüber hinaus betont von der Lieth die große gesellschaftliche Bedeutung des Berufs: „Wer in der Landwirtschaft arbeitet, trägt unmittelbar zur Ernährungssicherheit bei. Gerade in Zeiten globaler Krisen und Klimaveränderungen ist das wichtiger denn je. Wir sorgen dafür, dass auch kommende Generationen gut und nachhaltig versorgt werden können.“

Für die Zukunft wünscht sich die 24-Jährige praxisnahe und moderne Studieninhalte: „Digitalisierung, Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz müssen noch stärker im Fokus stehen. Wir brauchen junge Menschen, die Lösungen für die Zukunft der Landwirtschaft mitgestalten wollen.“ (LPD 80/2025)

Alisha Trilling

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