Aldis 5xD-Zusage ist erster Schritt in richtige Richtung

Jörn Ehlers: "Wir setzen auf weitere politische Gespräche zum Umbau der Tierhaltung, und wir bieten ausdrücklich unsere Zusammenarbeit beim geplanten Diversifizierungsprogramm des Landes Niedersachsens an". Foto: Landvolk Niedersachsen

Landvolk sieht Bekenntnis des Discounters zur Landwirtschaft / QS soll überprüfen

L P D – Der Discounter Aldi lässt seinen Ankündigungen zum Haltungswechsel nun konkrete Pläne folgen: Bis zum vierten Quartal 2022 soll die komplette Wertschöpfungskette bei konventionellem Schweinefrischfleisch – von der Geburt bis zur Verarbeitung – in Deutschland stattfinden. „Die Ankündigung von Aldi, Teile des Sortimentes mit 5xD auszuzeichnen, werte ich sehr positiv. Hier legt ein Discounter die Messlatte auch für die Mitbewerber im Lebensmitteleinzelhandel sehr hoch und bekennt sich zur deutschen Landwirtschaft“, erklärt dazu der Vize-Präsident des Landvolks Niedersachsen, Jörn Ehlers.

Im Juni 2021 hatte Aldi aufgrund sinkender Schweinepreise eine Debatte um die notwendige Transformation der deutschen Landwirtschaft angestoßen. Mehr Tierwohl und ein klares Bekenntnis zur deutschen Schweinehaltung mit ihren hohen Standards wurden für den Frischfleisch-Bereich der größten Nutztiergruppen Rind, Schwein, Hähnchen und Pute bis spätestens 2030 vollständig auf die tierwohlgerechteren Haltungsformen 3 und 4 umzustellen in Aussicht gestellt, um den Produktionsstandort Deutschland und somit auch Niedersachsen zu stützen. Jetzt überrascht der Discounter mit dem Beschluss bis zum vierten Quartal 2022 bei konventionellem Schweinefrischfleisch – ausgenommen internationale Spezialitäten, Bio-Produkte, Filet und Tiefkühlartikel – konsequent auf „5D“ umzustellen. „5D” bedeutet, dass zukünftig jeder einzelne Schritt der gesamten Wertschöpfungskette bei konventionellem Schweinefrischfleisch (Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerlegung/Verarbeitung) in Deutschland stattfindet.

„Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel Schule macht und sich letztendlich auch im Produktpreis für den Landwirt positiv auswirkt. In meinen Augen darf es allerdings nicht bei einem freiwilligen Stückwerk bleiben, sondern die Herkunftskennzeichnung muss zum verpflichtenden Standard werden. Nur so kann eine Gestaltung zum ausschließlichen Vorteil des Handels vermieden werden“, fordert Ehlers auch die Politik auf, endlich zu handeln.

Ein möglicher Partner zur verlässlichen und neutralen Überwachung dieses Standards könnte das QS-System sein, schlägt der Vize-Präsident des niedersächsischen Landesbauernverbandes vor. „Das QS-System verfügt über vorhandene Infrastrukturen, was den ambitionierten Zeitplänen von Aldi entgegenkommen würde“, zeigt Ehlers auf. Zudem hätte QS so die Möglichkeit, die innerhalb der Europäischen Qualitätssicherungssysteme immer unterschiedlicher werdenden Standards über die erkennbare Herkunft kenntlich zu machen. „Transparenz ist für den Verbraucher immer wichtiger. Das ist sowohl Aldi als auch den anderen Marktteilnehmern bewusst“, sagt Ehlers abschließend. (LPD 93/2021)

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