„Alles muss sich ändern, damit alles so bleibt, wie es ist“

„Als Nebenerwerbslandwirt, Dienstleister sowie Arbeitnehmer trage ich mit meinen vielfältigen– auch teilweise außerlandwirtschaftlich geprägten – Sichtweisen zu Vielfalt und Innovation im Berufsstand bei“, sagt Wolff von der Sahl Foto: Privat

Portrait Karl-Friedrich Wolff von der Sahl – Vorsitzender Ausschuss für Finanzen

L P D – „Es ist faszinierend in einer Branche zu arbeiten, die das Bild in der Öffentlichkeit hat, sich nicht verändern zu wollen, die sich aber seit 5.000 Jahren täglich anpasst und verändert“, so beschreibt Karl-Friedrich Wolff von der Sahl aus Königslutter am Elm seine Haltung zur Landwirtschaft. Der 39-jährige Landwirt ist Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen im Landvolk Niedersachsen. Sein zweiter Beruf als Geschäftsfeldmanager Landwirtschaft eines Versicherungskonzerns kommt ihm bei finanzpolitischen und strategischen Themen zugute.

„Die Bereitstellung einer betriebswirtschaftlichen Grundlage für den erfolgreichen Fortbestand der berufsständischen Interessenvertretung, die kritische Bewertung des Ressourceneinsatzes und die Weiterentwicklung des Landvolks Niedersachsen als berufsständische Vertretung für künftige Herausforderungen stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Finanzausschusses“, erläutert Wolff von der Sahl seine Aufgabe.

Der Kreisvorsitzende des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land sieht seinen Verband und sich als wichtigste Stimme für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in seiner Region: „Gemeinsam mit meinem Kollegium an aktiven Verbandsmitgliedern möchte ich als Kreisvorsitzender einen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere Höfe mit guten politischen Rahmenbedingungen an die nächste Generation weitergeben können. Dafür braucht es wirtschaftliche Stabilität sowohl heute als auch morgen.“

Verbohrt darf man seiner Ansicht nach dabei nicht sein. „Mir fällt es leicht Entscheidungen zu fällen, aber auch den Kurs zu korrigieren – wenn der Informationsstand oder die Gegebenheiten sich ändern“, sagt der Familienvater. Gerade in den entscheidenden Phasen des Ackerbaus können betriebswirtschaftlich schwerwiegende Fehler passieren – eine Herausforderung, die Wolff von der Sahl bewusst annimmt.

„Als Landwirt macht mir am meisten Spaß, dass kein Jahr wie das andere ist“, betont er. Der Austausch mit Berufskollegen im Rahmen der Verbandsarbeit helfe dabei, neue Perspektiven zu gewinnen – doch am Ende wirtschafte jeder auf eigenes Risiko. „Die Tatsache für meine Entscheidungen persönliche Verantwortung zu übernehmen, empfinde ich als Privileg, da sowohl Fehlschläge als auch Erfolge dazu zählen“, betont Wolff von der Sahl. Er bewirtschaftet etwa 100 Hektar Ackerbau konventionell und eine fünf Hektar große Aroniabeerenplantage ökologisch. Zudem gehören acht Pensionspferdeboxen und 79 Hektar Forst zum Gutshof, letzterer setzt sich aus Buchen-Eichen-Mischwald im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) und Kiefernwald zusammen.

„Als Nebenerwerbslandwirt, Dienstleister sowie Arbeitnehmer trage ich mit meinen vielfältigen – auch teilweise außerlandwirtschaftlich geprägten – Sichtweisen zu Vielfalt und Innovation im Berufsstand bei“, sagt Wolff von der Sahl. Durch Lebensstationen in West- und Ostdeutschland, Irland und Österreich hat er verschiedenste Facetten von Landwirtschaft und Wirtschaft kennengelernt. „Landwirte sind der Inbegriff von Konservativ. Beständig in ihren Werten wie Anstand, Verantwortung, Generationendenken, aber – stets und stetig – sowohl mit Innovation und Kreativität am Puls der Zeit als auch mit Antrieb die Zukunft“, betont Wolff von der Sahl und ergänzt abschließend sein Lebensmotto: „Alles muss sich ändern, damit alles so bleibt, wie es ist.“ (LPD 64/2025)

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