Arbeitskreis will Sichtbarkeit von Frauen erhöhen

Arbeitskreis landwirtschaftliche Unternehmerinnen
Für den Arbeitskreis Unternehmerinnen im Landvolk Niedersachsen wurde aus nahezu jedem Kreisverband eine Vertreterin in den Arbeitskreis entsandt, zudem sind Delegierte von den Landfrauen, der Landjugend und den Junglandwirten vertreten Foto: Landvolk

Unternehmerinnen gründen eigenes Gremium im Landvolk Niedersachsen

L P D – Mehr Unternehmerinnen für das Ehrenamt im Berufsstand zu gewinnen, den weiblichen Blick auf die Arbeit im Verband zu werfen und damit auch eine umfangreichere Interessenvertretung der Frauen in der Landwirtschaft und ihre vielfältigen Themen zu bieten, das sind die Ziele des Arbeitskreises Unternehmerinnen, der gestern (22. Mai 2024) im Landvolk Niedersachsen gegründet wurde. Zum Auftakttreffen kam mit Susanne Schulze Bockeloh die erste Vizepräsidentin des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und damit sozusagen das Vorbild der Niedersachsen.

„Bereits zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe werden von Frauen geführt, weibliche Auszubildende und Studentinnen der Agrarwirtschaft sind selbstverständlich und machen teilweise bis zu 50 Prozent der Klassen und Kurse aus“, begründet Schulze Bockeloh ihr Engagement für mehr Sichtbarkeit der Frauen in den politischen Gremien. An der Fachkompetenz liege die geringere Beteiligung von Frauen im landwirtschaftlichen Berufsstand jedenfalls nicht. Vielmehr überlegten viele Frauen sehr genau, ob sie neben der Arbeit auf dem Hof und der Familie mit oft noch kleinen Kindern ein Ehrenamt wuppen könnten. „Frauen brauchen mutige Männer, die sie unterstützen“, macht die Westfälin deutlich. Sie will vor allem Wegbereiterin für andere Frauen sein und sie anspornen, sich zu engagieren.

Der Unternehmerinnenfachausschuss auf Bundesebene verfolge den Ansatz, landwirtschaftliche Unternehmerinnen für ehrenamtliche Aufgaben zu stärken, ihnen Möglichkeiten zum Netzwerken aufzuzeigen sowie ihre Sicht auf die fachlich-agrarpolitischen Themen aufzunehmen und in die Fachausschüsse zu tragen. Dies soll ab sofort auch in Niedersachsen möglich sein. Aus nahezu jedem Landvolk-Kreisverband wurde daher eine Vertreterin und zum Teil auch eine Stellvertreterin in den neuen Arbeitskreis entsandt, zudem sind Delegierte von den Landfrauen, der Landjugend und den Junglandwirten dort vertreten.

Als Vorsitzende des Arbeitskreises wurde Christel Schulte-Wülwer aus Rhede-Borsum im Emsland gewählt. Sie ist 48 Jahre alt, hat fünf Söhne und führt gemeinsam mit ihrem Ehemann, einem Sohn und dessen Ehefrau einen Milchviehbetrieb mit 400 Kühen plus weiblicher Nachzucht. „Mittlerweile sind die Kinder groß genug, sodass ich zu Hause den Rückhalt für ein weiteres Ehrenamt habe“, freut sie sich auf die neue Aufgabe.

Charlotte Schumacher aus Springe in der Region Hannover ist ihre Stellvertreterin geworden. Die 29-Jährige bewirtschaftet den heimischen Betrieb mit Zuckerrüben, Getreide, Raps, Mais und Aroniabeeren in Form einer GbR mit ihren Eltern im Nebenerwerb. Hauptberuflich ist sie Verkaufsleiterin in einem Gemüsesaatgutunternehmen. „Die Landwirtschaft hat mich geprägt“, begründet Schumacher die Wahl ihres Studienfaches der Agrarwissenschaften und ihr ehrenamtliches Engagement im Landvolk Niedersachsen. Gerade durch die unterschiedlichen Generationen im Arbeitskreis verspricht sie sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit: „Wir ergänzen uns gut.“ (LPD 38/2024)

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