ASP – Dramatische Auswirkungen für die Branche

„Eine Situation wie jüngst in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim kann sich jederzeit wiederholen. Dafür müssen wir künftig besser vorgesorgt haben“, erklärt Jörn Ehlers Foto: Landvolk

Gemeinsame Forderungen der an der „Wertschöpfungskette Schwein“ Beteiligten

L P D – Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland sind für die betroffenen Tierhalter, aber auch für die nachfolgenden Stufen dramatisch. Darin sind sich der Deutsche Bauernverband (DBV) sowie Fach- und Handelsverbände einig. Gemeinsam haben sie jetzt einen Forderungskatalog zum Abmildern der Folgen künftiger ASP-Ausbrüche veröffentlicht, an dem für das Landvolk Niedersachsen der Vizepräsident Jörn Ehlers beteiligt war.

„Eine Situation wie jüngst in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim kann sich jederzeit wiederholen. Um künftig besser vorbereitet zu sein, ist Unterstützung durch die Politik gefragt“, erklärte Ehlers gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. „Die in ASP-Restriktionszonen gelegenen Schweinehalter sind nicht Verursacher, sondern Leidtragende dieser Situation.“

Tierhalter, Unternehmen und Organisationen entlang der „Wertschöpfungskette Schwein“ sind in großer Sorge und bemüht, die Folgen des ASP-Ausbruchs im Hausschweinebestand so gering wie möglich zu halten. Voraussetzung dafür ist das gemeinsame Verständnis, dass das Fleisch der Tiere aus den ASP-Schutz- und Überwachungszonen, bei Einhaltung der behördlichen Auflagen, wie auch im Tierseuchenrecht vorgesehen, „diskriminierungsfrei“ vermarktet werden kann. Die Beteiligten setzen sich dafür ein, diesem Ziel entgegenstehende Hindernisse zu beseitigen und fordern rechtliche Anpassungen auf EU-, Bundes- und Länderebene.

Die Tierschutzproblematik in den Ställen und der Wertverlust der Schlachtschweine ist ausschließlich den Auflagen und politischen Erwägungen geschuldet, die in Teilen über wissenschaftliche Erfordernisse der Tierseuchenbekämpfung hinausgehen. Unternehmen und Organisationen entlang der Wertschöpfungskette sind sich ihrer Verantwortung bewusst, die Folgen der ASP zu mildern. Sie appellieren aber auch deutlich an die Politik, jetzt schnellstmöglich aktiv zu werden.

„Ein Vermarktungsstopp in der Lieferkette führt zum ‚Schweinestau‘“, erläutert Jörn Ehlers. Daher sei es entscheidend, dass die Liefer- und Vermarktungsketten aufrechtgehalten und Handelshemmnisse wegen zu Unrecht diskriminierter Ware abgebaut werden. Allen Wirtschaftsbeteiligten und dem Verbraucher muss bewusst werden, dass von negativ auf das ASP-Virus untersuchten Schweinen aus Restriktionsgebieten weder ein Verbreitungsrisiko der Tierseuche noch eine Gefahr für den Menschen ausgeht.“

In dem Forderungskatalog wird das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) aufgefordert, sich kurzfristig mit der EU-Kommission über Kriterien für die Verkürzung der Restriktionszeit zu verständigen. Zudem sollen die EU-Vorgaben zur Erhitzung von Fleisch aus den Restriktionsgebieten angepasst werden. Sofern diese Forderungen zur Erleichterung des Handels nicht umgesetzt werden können, werden Bund und Bundesländer gebeten, ein staatliches Ankaufprogramm für Fleisch aus den ASP-Sperrzonen aufzusetzen. „In jedem Fall benötigen die betroffenen Schweinehalter eine staatliche Entschädigung, sofern die Vermarktung einwandfreier Produkte aus den Restriktionsgebieten nicht oder nur mit enormen Verlusten ermöglicht werden kann“, erklärte Ehlers abschließend. Der Forderungskatalog ist unter dem Link https://www.bauernverband.de/themendossier/afrikanische-schweinepest/verbaende-fordern-staatliches-ankaufprogramm-fuer-fleisch-aus-asp-sperrzonen hinterlegt. (LPD 78/2022)

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Sonja Markgraf

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