Ausbildung in der Landwirtschaft trotzt Corona

Christin Hinze. Foto: Landvolk Niedersachsen

Ausbildungsjahr hat am 1. August begonnen – Rückgang in der Hauswirtschaft

L P D – Die Begeisterung für das Berufsfeld Landwirtschaft ist ungebrochen. Mit Maschinen zu arbeiten, häufig an der frischen Luft zu sein und mit Tieren umzugehen sind einige Gründe, warum sich jedes Jahr bundesweit eine hohe Zahl von Schulabgängern bei der Wahl ihres Ausbildungsplatzes von der Faszination für die Landwirtschaft leiten lässt. Auch die ausbildenden Landwirte freuen sich über die neuen Auszubildenden, die ihre Ausbildung am 1. August begonnen haben. Fundiertes Wissen ist nach wie vor die Basis für die spätere Berufsausübung und die Sicherung der Lebensmittelversorgung, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Laut Konjunkturbarometer Agrar für den Monat Juni bleibt auch in der Corona-Krise eine gute Ausbildung ein elementares Ziel der Bauern. Fünf von sechs befragten deutschen Landwirten haben dort angegeben, dass sie im neuen Ausbildungsjahr genauso viele oder mehr Auszubildende auf ihrem Bauernhof eingestellt haben. Ein coronabedingter Rückgang der Ausbildungszahlen trifft für die Landwirtschaft nicht zu.

In Niedersachsen rechnet die Landwirtschaftskammer mit annähernd stabilen Ausbildungszahlen in der Landwirtschaft. Im vergangenen Jahr wurden 1.786 Ausbildungsverträge unterschrieben. Über alle 12 Grünen Berufe hinweg – zu denen neben Landwirten, Forstwirten und Gärtnern auch die Hauswirtschafter gehören – waren es 2.250 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. „In diesem Jahr werden wir in der Hauswirtschaft voraussichtlich etwa fünf bis zehn Prozent weniger Auszubildende haben“, sagt Anke Evers von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sie sieht coronabedingt eine große Zurückhaltung vor allem in den hauswirtschaftlichen Ausbildungsbetrieben, wie zum Beispiel Senioren- oder Bildungseinrichtungen. Damit werde der Fachkräftemangel dieser Häuser weiter verstärkt.

Alle, die noch einen Ausbildungsplatz in einem der Grünen Berufe suchen, empfiehlt es sich, im Internet unter www.talente-gesucht.de zu stöbern. Dort veröffentlicht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen freie Ausbildungsplätze mit den jeweiligen Betriebsschwerpunkten. „Bei uns im Elbe-Weser-Raum findet die Ausbildung zum Landwirt in der Regel auf reinen Milchviehbetrieben statt, da fast 90 Prozent der Bauernhöfe Kühe halten und Futterbau betreiben“, erläutert Thea Harberts von der Bezirksstelle Bremervörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In den fünf Landkreisen Stade, Cuxhaven, Rotenburg, Verden und Osterholz, die sie betreut, haben etwa 450 Schulabgänger auf Bauernhöfen mit ihrer Ausbildung begonnen. Reine Ackerbaubetriebe, Betriebe mit Sauenhaltung oder Pferdehaltung seien in dieser Region dagegen in der Minderheit. Sie finden sich dagegen in anderen Teilen Niedersachsens. Die Ausbildung in einer anderen Region zu absolvieren könne ja auch eine große Chance sein. (LPD 63/2020)

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