Bauern haben Bienen im Blick und tun ihnen Gutes

Carsten Fricke. Foto: Landvolk Niedersachsen

Niedersächsischer Weg – Anerkennung der Arbeit für mehr Artenvielfalt

L P D – Auf Dinge hinweisen, die Landwirte für den Artenschutz tun – das ist das Ziel der Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ der Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“. 13 Kreislandvolkverbände unterstützen das Projekt niedersachsenweit. „Zusammen mit dem Bieneninstitut Celle wurde ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, anhand dessen sich Landwirte als ‚bienenfreundlich‘ qualifizieren können“, erläutert Lisa Johannes vom Landvolk Hannover. In diesem Jahr nehmen mehr als 400 Bauernhöfe in Niedersachsen an der Aktion teil, davon mehr als 60 in der Region Hannover. Neben den Bienen profitieren jedoch auch andere Insekten, das Niederwild und Vögel von der Aktion.

So wie im Blühstreifen von Carsten Fricke aus Müllingen, in dem die Bienen fast so laut summen wie die nahegelegene Autobahn. „Blühstreifen sind sehr wertvoll, weil sie über einen sehr langen Zeitraum Nahrung bieten und damit Engpässe überbrücken“, erläutert Fricke den Nutzen des auch für Spaziergänger schön anzusehenenden zwölf Meter breiten Streifens zwischen Graben und Weizen. Diese mit viel Mühe angesäte Blütenmischung steht im Kontrast zu der großen extensiven Streuobstwiese, die der Landwirt an anderer Stelle nahezu unbewirtschaftet liegen lässt und an deren Rand er einige Totholzhaufen aufgeschichtet hat.

Mit diesen Maßnahmen hat der Landwirt schon einen großen Beitrag zur Artenvielfalt geleistet und bei der Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ Punkte gesammelt. Neben den beliebten Blühstreifen gehören naturbelassene Unkrautecken, mehrjährige Sand- und Feldsteinhaufen, rottendes Altholz oder ein Staudengarten auf dem Hof zu den anerkannten Angeboten. Bauern können sich aber auch verpflichten, Feld- und Wegerandstreifen erst nach dem Ausblühen oder Altgrasstreifen ganz stehen zu lassen und mit Imkern zu kooperieren. „Die meisten Sachen machen wir sowieso schon seit Jahren“, sagt Fricke. Ihm ist es wichtig, auf den freiwilligen Beitrag der Landwirte zum Naturschutz hinzuweisen. Er macht aber auch deutlich, dass die Förderung der Artenvielfalt von Bauern zum Nulltarif schwierig ist. „Das auszugleichen, was Gewerbe und Bebauung jeden Tag anrichten, überfordert die Landwirtschaft“, sagt Fricke. Er spricht sich deshalb für eine Honorierung weiterer Maßnahmen aus, wie sie auch im Niedersächsischen Weg der Landesregierung vorgesehen sind. Dabei wollen die Politiker gemeinsam mit Naturschutzverbänden und dem Landvolk Niedersachsen den Natur-, Arten- und Gewässerschutz in Niedersachsen weiterentwickeln und die Landwirtschaft vermehrt in die Pflicht nehmen, sie dafür aber auch entlohnen. Weitere Informationen unter www.niedersaechsischer-weg.de (LPD 63/2020)

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