Bauernhöfe freuen sich über zahlreiche neue Gäste

Foto: LandTouristik Niedersachsen

Viele Urlauber schnupperten aufgrund der Corona-Krise erstmals Landluft

L P D – Das kurzfristige Beherbergungsverbot für Gäste aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bremen hat zwei Tage vor den Herbstferien zwar noch viel durcheinandergewirbelt, im Schnitt sind die Ferienhöfe in Niedersachsen jedoch mit einem blauen Auge durch die Saison gekommen, schreibt der Landvolk-Pressedienst. „Viele Urlauber haben das erste Mal ihre Ferien auf einem Bauernhof verbracht“, sagt Vivien Ortmann, Geschäftsführerin von LandTouristik Niedersachsen. Die Betreiber der Ferienhöfe hätten diese Chance genutzt, um die Touristen für den Landurlaub zu begeistern und hoffen nun auf eine rege Nachfrage in der nächsten Saison.

Nichtsdestotrotz verzeichneten die Ferienanbieter nach einer Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland alleine im Lockdown vom 17. März bis zum 15. Mai 2020 einen Umsatzausfall von gesamt 199,4 Mio. Euro. Pro Betrieb sind das im Durchschnitt 20.120 Euro. „Die Soforthilfen von Bund und Land konnten ein bisschen was auffangen, aber leider lange nicht alles, da die Sofortprogramme nur die Fixkosten in den Blick nehmen“, erläutert Ortmann. Kleine Betriebe und Soloselbstständige – und dazu zählen auch die Ferienhöfe – hätten jedoch meist nur geringe Fixkosten, die sie bei der Mittelbeantragung angeben könnten. Vielmehr gehe es darum, mit den Einnahmen aus dem touristischen Geschäft die Familie zu ernähren und ein finanzielles Polster für die umsatzschwachen Monate im Winter zu erwirtschaften.

Die aktuell beschlossenen neuen Einschränkungen des „Lockdown light“, wie es die Bundesregierung nennt, ist für den Tourismus keineswegs „leicht“. Denn auch wenn in vielen Bundesländern (außer Bayern) die Herbstferien zu Ende sind, sind noch Gäste auf den niedersächsischen Ferienhöfen bis in den November hinein. Ein Beherbergungsverbot für touristische Zwecke würde die Betriebe immer noch treffen und Umsatzeinbußen verursachen. Hilfreich war dafür die gestiegene Nachfrage nach heimischen Urlaubszielen nach der Lockdown-Phase ab Mai und vor allen Dingen im Sommer, so dass die Ferienhöfe die Einbußen etwas ausgleichen konnten. Und auch den Urlaubern scheint die Alternative zum Mittelmeerurlaub gefallen zu haben. Einige Anbieter konnten schon Buchungen für die nächste Saison festmachen. „Die Bauernhöfe sind so vielseitig, da ist für jeden etwas dabei“, freut sich Ortmann. Kein Bauernhof gleiche dem anderen. Und auch, wenn Attraktionen wie auf dem Trecker mitzufahren in diesem Jahr aufgrund der Corona-Bestimmungen ausfallen mussten, sei ein Urlaub auf den weitläufigen Höfen und den verschiedenen Tieren immer ein tolles Erlebnis. Infos unter www.bauernhofferien.de

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Wiebke Molsen

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