Betriebshelferin vermisst Gemeinschaft mit Familien

Betriebshelferin Theresa Siegler ist angestellt beim Maschinenring Nordwest Foto: Maschinenring Nordwest

Gebürtige Hessin hat in Ostfriesland den Traumjob und künftigen Ehemann gefunden

L P D – Krankheit, Unglücks- oder Sterbefälle: Es gibt triftige Gründe, warum Betriebshelferinnen und -helfer ihren Dienst auf Höfen tun, denn für landwirtschaftliche Unternehmen ist es unerlässlich, dass bei einem Ausfall die Arbeit weiterläuft. Betriebshelferin Theresa Siegler liebt ihren Job. Doch in Zeiten von Corona fehlt ihr die Gemeinschaft mit der Familie, die jeweils ihre Unterstützung braucht, berichtet die gebürtige Hessin dem Landvolk-Pressedienst.

„Wir frühstücken zusammen, essen Mittag und reden miteinander. Das fällt weg, weil wir uns wegen der Pandemie eher aus dem Weg gehen müssen“, erzählt die 22jährige aus ihrem aktuellen Arbeitsalltag. Umso mehr versucht Theresa Siegler auf die tagtäglichen dienstlichen Bedürfnisse der Bäuerinnen und Bauern einzugehen, denen sie zur Seite steht: „Wir sprechen uns jeden Morgen ab, was zu tun ist. Ich versuche aber auch immer, eigene sinnvolle Vorschläge zu machen, damit auf dem Hof oder auf dem Feld keine Arbeit liegenbleibt, egal ob es um Arbeit im Haus, im Stall oder auf dem Feld geht.“

Theresa Siegler ist für die Ausbildung aus der Frankfurter Gegend nach Ostfriesland gezogen. Sie wollte Landwirtschaft lernen, und auf dem Hof von Jan Borchers in Hinte-Suurhusen bei Emden war eine Stelle frei. Auf dem Betrieb hat sie dann nicht nur alles Wichtige für ihren Traumjob, sondern auch ihren künftigen Ehemann Enno Michaelis, der ebenfalls bei Borchers in der Ausbildung war, kennen gelernt. „Wir sind verlobt und wollen bald heiraten“, erzählt die junge Frau, die sich im hohen Norden pudelwohl fühlt und dort in jeder Hinsicht ihr Glück gefunden hat.

Angestellt ist die 22-jährige beim Maschinenring Nordwest. Dort werden die Einsätze geplant. „Diese Unterstützungsangebote sind die wichtigsten Leistungen der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, SVLFG“, sagt Julia Grebe, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Maschinenringe Niedersachsen e.V. Die Hilfe wird je nach Zuständigkeit durch die jeweilige Sparte der SVLFG – Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, Krankenkasse, Pflegekasse und Alterskasse – erbracht. Damit soll die Weiterführung des landwirtschaftlichen Unternehmens sichergestellt und die Einkommensgrundlage erhalten werden. „Nicht alle Arbeiten können von der Betriebshilfe erledigt werden. Zum Leistungsumfang gibt es manchmal Unklarheiten. Hier erläutern die Mitarbeiter der 29 Maschinenringe vor Ort individuell, für welche Tätigkeiten die Kosten übernommen werden können“, erklärt Grebe. In Niedersachsen sind derzeit rund 450 Betriebshelferinnen und -helfer im Einsatz. (LPD 09/2022)

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Sonja Markgraf

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