Corona wirbelt den Kartoffel-Markt durcheinander

Foto: Landpixel

Früher Erntestart, gute Qualität und normale Menge bei den Frühkartoffeln

L P D – „Gerade bei Kartoffeln gleicht kein Jahr dem anderen. Dieses Jahr kommt noch hinzu, dass Corona den Markt gestört hat“, erklärt Joachim Hasberg von der Niedersächsischen Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaft Burgdorf. „Überraschenderweise startete die Ernte der Frühkartoffeln recht zeitig, sodass die Bauern in der Hauptanbauregion um Hannover-Burgdorf schon Anfang Mai mit den Rodungen beginnen konnten“, berichtet Hasberg. Die frühen Erdäpfel gab es aber zunächst nur auf Flächen, die mit einer schützenden Folie oder Vlies zur Ernteverfrühung abgedeckt waren, so dass Verbraucher früh die ersten heimischen Frühkartoffeln aus Niedersachsen genießen konnten.

Etwa 130 Landwirte bauen auf etwa 2.700 Hektar (ha) in der Region Hannover Frühkartoffeln an, mit Unterstützung der Beregnung wird voraussichtlich eine normale Ernte eingefahren. Die Kartoffelanbauer mit Hofladen oder anderen Formen der Direktvermarktung konnten aufgrund Corona eine deutlich höhere Nachfrage verzeichnen. Auch in den Abpackbetrieben, die den Lebensmitteleinzelhandel beliefern, war dieser Trend zu beobachten. Mit dem jetzigen Preisniveau sind die Kartoffelanbauer zufrieden, allerdings ist es für die hiesigen Landwirte nicht nachzuvollziehen warum der LEH jetzt noch Aktionen mit Importkartoffeln macht, sagt Hasberg. Er setzt aber auf den Verbraucher, der mit seinem Einkauf vor Ort entscheidet, ob er die Region nachhaltig unterstützen will.

Andere Absatzwege hingegen sind durch Corona weiterhin verstopft, wie beispielsweise der Schälmarkt. „Hier setzt sich aufgrund der fehlenden Nachfrage von Großküchen und Kantinen der schwache Absatz weiter fort. Es traf die Frühkartoffeln genauso wie den Pommesbereich“, schildert Thorsten Riggert vom Landvolk, der die Kartoffelanbauer bei der Union der deutschen Kartoffelwirtschaft UNIKA vertritt. Doch das globale Kartoffelangebot wird dieses Jahr groß. „Nach den beiden trockenen Jahren hat es auch in Polen geregnet, sie werden genügend eigene Kartoffeln haben und weniger bei uns zukaufen müssen“, ist sich Riggert sicher. Auch Joachim Hasberg sieht das heranwachsendende Knollenangebot zurzeit skeptisch und hofft, dass die Verbraucher auch mit der Corona-Lockerung weiterhin beim Kartoffel-Angebot zugreifen werden. (LPD 56/2020)

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