Der Agrarstandort Niedersachsen im Detail

Foto: Landvolk

Regionale Ressourcen und Strukturen zeigen Bayern vor Niedersachsen

L P D – Deutschlands landwirtschaftliche Strukturen sind vielschichtig. Niedersachsen und Bayern gelten als die Agrarstandorte schlechthin, weisen aber in ihrer Struktur große Unterschiede auf. Mit 2,6 Mio. Hektar (ha) bzw. 3,1 Mio. ha besitzen sie die größten Agrarflächen und mit 1,2 Mio. bzw. über 860.000 Tieren die meisten Kühe. Am großen Unterschied der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe mit über 86.000 in Bayern und knapp 37.000 in Niedersachen, lässt sich hingegen erkennen, wie kleinstrukturiert Landwirtschaft ist. Die „agrarzeitung“ hat regionale Ressourcen und Strukturen für Deutschland verglichen, beim Blick nach Ostdeutschland werden die Unterschiede des Agrarstandorts Deutschlands und die Schwierigkeit, allen gerecht zu werden, deutlich, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.


Die landwirtschaftlichen Schwerpunkte in den Bundesländern wurden nach ausgewählten Kennzahlen verglichen, dazu zählen neben der Fläche und Zahl sowie Größe der Höfe Tierzahlen, Kaufpreise sowie Einwohnerzahlen. So teilen sich Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen die ersten drei Plätze bei der Agrarfläche, der Zahl der Milchkühe und Schweine. Bei letzteren liegt Niedersachsen laut nach den Daten der Viehzählung vom Mai 2019 mit 8,2 Mio. Schweinen auf Platz 1 vor NRW mit 6,9 Mio. und Bayern mit 3,1 Mio. Schweinen. Schlusslicht bei diesem Ranking der 13 Flächenländer – ohne die Stadtstaaten – ist das Saarland mit 2.800 Schweinen, knapp 14.000 Kühen und einer Agrarfläche von knapp 74.000 ha. Bei der durchschnittlichen Betriebsgröße belegt der Osten die ersten drei Plätze. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Durchschnittsgröße 273 ha, Sachsen-Anhalt folgt mit 265 ha, und in Brandenburg hat der landwirtschaftliche Betrieb eine Durchschnittsgröße von 246 ha. Acht Mal kleiner sind die Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg mit 36 ha, dafür ist deren Zahl deutlich höher mit 86.000 bzw. fast 40.000. Im Osten schwankt die Zahl der Betriebe um die 5.000 in jedem Bundesland. Niedersachsen belegt mit 71 ha Betriebsgröße bei diesem Ranking Platz 7.

Der Parameter „Kaufpreis Agrarland“ wird als finanzieller Aspekt ausgewählt, mit 36.518 Euro pro Hektar (ha) belegt Niedersachsen Platz 3. Am teuersten ist Agrarland mit fast 65.000 Euro/ha in Bayern, gefolgt von 53.000 Euro/ha in NRW. In Thüringen und Saarland kostet der Hektar 10.700 bzw. 9.700 Euro. Die Übersicht zeigt nicht die Unternehmensergebnisse und somit die Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Gute Betriebsergebnisse sowie verlässliche Rahmenbedingungen sind entscheidend über den Fortbestand landwirtschaftlicher Betriebe. (LPD 9/2020)

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