„Der Boden ist das Fundament für unsere Höfe“

„Carbon-Farming“ benennt die erhöhte Fähigkeit von humusreichen fruchtbaren Böden, Kohlenstoff zu speichern. Foto: Landvolk Niedersachsen

Landvolk-Podcast befasst sich mit der Speicherung von Kohlenstoff in Böden

L P D – Den optimalen Humusgehalt der Erde auf ihren Feldern und Wiesen zu erhalten oder anzustreben – das ist schon lange das Ziel der Landwirte in Niedersachsen. Jedes Jahr nehmen sie Bodenproben, um im Anschluss mit Bodenbearbeitung, Dünger oder organischen Mitteln darauf zu reagieren. „Der Boden ist das Fundament unserer Höfe“, sagt Konrad Westphale, Vorsitzender des Kreislandvolks Hildesheim und stellvertretender Vorsitzender des Pflanzenausschusses im Landesbauernverband in der aktuellen Ausgabe des Landvolk-Podcasts. Neuerdings benennt das Schlagwort „Carbon-Farming“, die erhöhte Fähigkeit von humusreichen fruchtbaren Böden, Kohlenstoff zu speichern. „Je nach Standort können die Erfolge jedoch sehr unterschiedlich sein“, erläutert Westphale.

Von einem Ordnungsrecht, von dem Niedersachsen flächendeckend betroffen wäre, halten neben Westphale auch die beiden Fachreferenten für Agrar- und Umweltpolitik im Landvolk Niedersachsen, Hartmut Schlepps und Dr. Nataly Jürges, daher nichts. Die drei Diskutanten um Moderatorin Wibke Langehenke plädieren vielmehr dafür, Anreize zu schaffen und die Landwirte, die das schon hervorragend machen, zu belohnen. „Auf Grenzstandorten mit kohlenstoffreichen Böden und geringen Erträgen könnten Programme ansetzen, die Ackerland in Dauergrünland umwandeln“, schlägt Schlepps zum Beispiel vor.

Temporäres Grünland nur alle zehn Jahre umzupflügen, würde ebenfalls schon viel bringen, ergänzt Jürges. „Bei jedem Umbruch wird viel Kohlenstoff freigesetzt, das ist in diesem Fall völlig unnötig und sollte am besten morgen abgeschafft werden“, macht sie deutlich. Jürges weist zudem auf Zielkonflikte der Speicherung von Kohlenstoff mit dem Naturschutz hin. „Beides sind gesellschaftliche Leistungen und müssen dementsprechend honoriert werden“, fasst sie die Hauptforderung – neben der Freiwilligkeit und der Erarbeitung von Lösungsansätzen – zusammen. Vorerst seien langfristige Forschungsprojekte nötig, um festzustellen, wieviel Kohlenstoff tatsächlich in der Fläche gehalten werde. „Dafür brauchen wir viel mehr Agrarforschung“, fordert sie.

Vor allem beim Handel mit Emissionen sehen die Podcaster bislang mehr Fragezeichen als Antworten. „Einige Landwirte betreiben Carbon-Farming schon hervorragend und dadurch entstehen enorme Werte, die angerechnet werden müssten“, sagt Westphale. Insgesamt befürchtet er jedoch ein kompliziertes System für die Landwirte und den vor- und nachgelagerten Bereich. „Auch, weil den Tierhaltern ein Rucksack aufgeschnürt würde, den ein Ackerbauer gar nicht erst hätte“, weist Schlepps auf die großen Unterschiede in der niedersächsischen Agrarlandschaft hin – trotz gemeinsamer Ziele wie einem hohen Humusgehalt.

Unter dem Titel: „Was Bauern schon immer konnten – jetzt heißt’s Carbon Farming“ ist diese Folge des Landvolk-Podcasts bei Spotify zu hören.

(LPD 31/2025)

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