Der erste Schnitt ist der Wertvollste

Foto: Landwirtschaftskammer

Landwirte fahren Grassilage ein – Futter wird dringend benötigt

L P D – Die Kühe grasen in den meisten Regionen Niedersachsens schon seit einigen Tagen auf ihren Weiden, nun folgt bei sonnigem Wetter der erste Schnitt für die Grassilage. Vor allem in Regionen mit Sandböden reagieren die Landwirte mit dem relativ frühen Mähtermin auf die Trockenheit, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Denn der weitere Zuwachs ist ohne Regen nur gering. Auch wenn Gras ein Tiefwurzler ist und lange ohne Regen auskommt, braucht es für ein kräftiges Wachstum doch ausreichend Feuchtigkeit.

Die Trockenheit führt hingegen dazu, dass die Halme verholzen und die Gräser früher als normal anfangen zu blühen. Damit gehen wertvolle Nährstoffe verloren oder werden für die Kühe schlechter verfügbar. Für sie ist der wertvolle Grünschnitt bestimmt. Entweder, weil sie das ganze Jahr über im Stall optimal versorgt werden, oder als Winterfutter.

In den Grünlandregionen an der Nordsee erwärmt sich der Boden hingegen nur langsam, und in den Niederungsmooren und der Marsch erreichen die Wurzeln noch Wasservorräte. Dort fahren die Bauern naturgemäß später los, um ihr Futter von den Wiesen einzuwerben. Allerdings haben auf 200.00 Hektar Grünland die Mäuse in diesem Winter ganze Arbeit geleistet. „In Ostfriesland sehen die Wiesen teilweise aus wie eine Mondlandschaft, richtig traurig“, beschreibt Jendrik Holthusen vom Grünlandzentrum den Zustand vieler Wiesen. Die Nachsaaten gedeihen ohne Regen ebenfalls nur schlecht.

„Wo der Boden von den Mäusen durchwühlt wurde, trocknet er schneller aus“, schildert Holthusen. Der Landwirt aus der Wesermarsch wird erst in den kommenden Wochen damit beginnen, das Gras für die Silage seiner Kühe zu mähen. „Das ist dann sogar etwas später als sonst, aber wir wollen alles mitnehmen, was eventuell noch wächst“, erläutert er seine Strategie. Allerdings liegen seine Flächen auch unter Normalnull und haben damit Zugang zu Wasser.

Gerade die Höfe der Milchviehhalter geraten bei dem aktuell geringen Aufwuchs und teuer zugekauftem Grundfutter nach zwei Dürresommern unter Druck. Zudem befürchten viele, dass sie gerade in einen dritten Dürresommer hineinlaufen. In einigen Regionen fressen zudem die Gänse einen Großteil des für die Kühe gedachten Futters ab. (LPD 32/2020)

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