„Die besten Stuten gehören in die Zucht“

„Starlight“: Sie wurde als „Hannoveraner Stute des Jahres 2024“ ausgezeichnet und erreichte damit die höchste Auszeichnung, die eine Zuchtstute erreichen kann Foto: Hannoveraner Verband

Die ersten Fohlen des Jahres werden demnächst geboren – Züchter informieren sich

L P D – In der Pferdezucht gehört das Denken in Generationen zur Pflicht, wenn sich ein Zuchtfortschritt bemerkbar machen soll. Besonders gut wird diese Maxime auf dem Hof von Helmut Habermann aus Hänigsen deutlich, auf dem der Hannoveraner Stutenstamm der Norm im Jahr 1921 seinen Ursprung hatte und der in den vergangenen 100 Jahren immer wieder Stuten mit besonderer Vererbungskraft hervorgebracht hat. Aktuelles Beispiel ist die Staatsprämienstute „Starlight“. Sie wurde als „Hannoveraner Stute des Jahres 2024“ ausgezeichnet und erreichte damit die höchste Auszeichnung, die eine Zuchtstute erreichen kann.

„Mit einer guten Stute ist es einfacher zu züchten, sie ist die Grundlage“, fasst Helmut Habermann zusammen. Er blickt auf eine lange Entwicklung zurück, in der aus schweren Arbeitspferden – „das waren fast noch Kaltblüter“ – moderne Sportpferde wurden. In seiner Familie hat sich der Grundsatz, die besten Stuten für die eigene Zucht zu behalten, in dieser Beziehung ausgezahlt. Rein wirtschaftlich gesehen blickt er jedoch mit Sorge in die Zukunft. Angefangen von der Bürokratie, über die gestiegenen Tierarztkosten und Dokumentationspflichten bis hin zur Bedrohung durch den Wolf reicht seine Aufzählung.

„Bislang hat sich noch kein Wolf an eines unserer Pferde herangetraut, insgesamt gesehen sind die Züchter von der Gefahr aber besonders betroffen“, sagt Habermann, der sich im Verein Pferdeland Niedersachsen auch für seine Kollegen einsetzt. Durch die Haltung der Stuten und Fohlen Tag und Nacht auf der Weide sei die Bedrohung durchaus real. Gerade erst sei ein weiteres Rudel in der Nähe bestätigt worden.

Auf seinem Grünland in der Südheide laufen aktuell 23 Pferde. „Wir verkaufen die Hengstfohlen und behalten die Stuten“, erläutert Habermann, der in diesem Frühjahr vier Fohlen erwartet. Der 50-Jährige hat den Betrieb offiziell 2001 von seinem Vater übernommen und betreibt dort vor allem Ackerbau. „Die Fohlen laufen bis sie dreijährig sind in der Herde. Die Bewegung ist entscheidend für ihre weitere Entwicklung“, weiß der Züchter. Zudem sieht er den Erhalt des Weidelands durch die Pferdehaltung als hohes kulturelles Gut an. „Wenn wir in Niedersachsen die Pferde nicht hätten, die im Sommer auf die Weide gehen und im Winter Heu brauchen, dann würde eine erhebliche Fläche brach liegen“, ist er sich sicher.

Pferdezüchter und alle, die es werden wollen, können sich bei verschiedenen Hengstvorführungen im Lande über die möglichen Vatertiere informieren: Auf dem Landgestüt Celle in Adelheidsdorf am 7. März 2025 um 19 Uhr, in Verden am 21. März 2025 um 19 Uhr und auf dem Dobrock am 5. April 2025. Die Mitglieder des Vereins Hannoveraner Privathengsthalter zeigen ihre Hengste am 1. Februar in Verden. Der Oldenburger Pferdezuchtverband hat seine Hengstvorführungen unter https://oldenburger-pferde.com/de/termine/ veröffentlicht. (LPD 11/2025)

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