Digitales und KI revolutionieren Agrar-Arbeitswelt

Ob in der Tierhaltung, beim Pflanzenbau oder im Büro – durch die Digitalisierung steigern wir Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit gleichermaßen“, sagt Martin Roberg Foto: Landvolk

Roberg: Spezielle Kompetenzen für die „Grünen Berufe“ frühzeitig vermitteln

L P D – In der Arbeitswelt jagt eine Revolution die andere. Waren es einst „Kollege Computer“ oder später das Smartphone, so sprechen Fachleute in der Agrarbranche derweil von einem messbaren Umbruch durch Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung. Auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben sind digitale Helfer längst Standard und bringen deutliche Erleichterungen mit sich. „Ob in der Tierhaltung, beim Pflanzenbau oder im Büro – durch die Digitalisierung steigern wir Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit gleichermaßen“, sagt Martin Roberg, Vorsitzender im Bildungsausschuss des Landvolks Niedersachsen. „Hier liegen gerade auch für junge Landwirtinnen und Landwirte große Chancen. Denn der Umgang mit moderner Technik und mit KI ist für viele selbstverständlich.“ Obwohl der Berufsnachwuchs viele Grundlagen dafür schon mitbringt, ist für Roberg dennoch elementar wichtig, zusätzlich spezielle und notwendige digitale Kompetenzen frühzeitig zu erwerben, da die landwirtschaftliche Praxis zu den frühzeitig und am stärksten digitalisierten Branchen gehört.

KI hat laut Experten das Potenzial, die Landwirtschaft revolutionär zu verändern, indem sie Daten analysiert, um präzise Handlungsempfehlungen abzuleiten und nachfolgende Prozesse zu vereinfachen. „Um Gefahren durch KI zu begegnen, müssten Fachkräfte gut ausgebildet und ständig weiter geschult werden“, ist Roberg überzeugt. Tätigkeiten würden immer mehr automatisiert werden – dafür brauche es wirtschaftlich gut und breit aufgestellte Betriebe sowie qualifizierte und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In der Tierhaltung sind als Trends das Monitoring rund um die Uhr und das automatisierte Erkennen von Abweichungen, zum Beispiel im Verhalten der Tiere, zu sehen. Auch bei der automatisierten Fütterung spielt KI eine große Rolle. „Allerdings ist auch bei den neuen digitalen Entwicklungen der Mensch nicht zu ersetzen, und die KI ist immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird“, schränkt Roberg ein.

Beim Ackerbau können die Landwirte künftig noch stärker von Drohnen unterstützt werden. Die Technik hilft dabei, Anbauprozesse effizienter zu gestalten und Ressourcen zu schonen. Zudem entwickelt sich ein großer Markt für autonome Landmaschinen und Roboter, die zum Beispiel unerwünschte Beikräuter entfernen. Routinearbeiten werden zwar automatisiert, aber Wartung und Reparatur der komplexen Systeme erfordern spezialisierte Fachkräfte. (LPD 14/2025)

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