Ein guter Weg für den Natur- und Artenschutz

Foto: Landvolk Niedersachsen

Landvolk will im Dialog Kompromisse erarbeiten

L P D – „Ich stehe zu dem Niedersächsischen Weg, weil er unter allen denkbaren Optionen die beste Lösung bietet.“ Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke wirbt für den von der Landwirtschaft mit der Landesregierung und Naturschutzverbänden ausgehandelten Rahmenvertrag zu Natur-, Arten- und Gewässerschutz. Das vom Naturschutzbund Niedersachsen (Nabu) und seinem Vorsitzenden Dr. Holger Buschmann zeitgleich auf den Weg gebrachte Volksbegehren bezeichnet er als „irritierend“, zumal der Nabu-Vorsitzende in die Ausarbeitung des Niedersächsischen Weges mit einbezogen war.

Die Verhandlungen zu diesem „Niedersächsischen Weg“, der in dieser Form bundesweit einmalig ist, beruhen auf einer Initiative der Niedersächsischen Landesregierung unter Ministerpräsident Stephan Weil. Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke sowie Gerhard Schwetje als Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben diesen Weg mit vorgezeichnet, und zwar bereits ein Jahr vor Bekanntwerden der Überlegungen zu einem Volksbegehren. Damals haben die Agrarverbände der Landesregierung den Entwurf einer Rahmenvereinbarung zu einem Diskussionsprozess zum Thema Natur- und Artenschutz vorgelegt. Die Naturschutzverbände haben im Sommer 2019 nachgezogen, der Landesregierung aber einen Katalog mit unmittelbar umsetzbaren gesetzlichen Verschärfungen präsentiert. „Aus unserer Sicht war dies ein sehr kompromissloser Vorstoß, der zudem eindeutig die Handschrift der Grünen trägt“, sagt Schulte to Brinke.

Der „Niedersächsische Weg“ ist ein Rahmenvertrag und hat das Ziel, gemeinsam mit der Landesregierung eine Alternative zu dem von Grünen und Nabu vorgelegten Gesetzesentwürfen zu formulieren. „Vom Grundsatz müssen die Naturschutzverbände von unserer Idee ebenfalls überzeugt sein, da sie die Rahmenvereinbarung mitunterzeichnet haben“, sagt Schulte to Brinke. Unabhängig vom Ergebnis der mittlerweile gestarteten Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren wird dem Landtag ein abstimmungsfähiges Gesetzespaket vorliegen. Der „Niedersächsische Weg“ lebt vom Dialog und der Bereitschaft zum Kompromiss. „Wer mehr für Natur-, Arten- und Gewässerschutz erreichen will, muss die Landwirte als Bewirtschafter der Felder und Wiesen mitnehmen und darf nicht einseitig die wirtschaftlichen Spielräume einengen“, unterstreicht Schulte to Brinke. Die Honorierung dieser zusätzlichen Leistungen ist ein fester Bestandteil des Niedersächsischen Weges. (LPD 44/2020)

Weitere Beiträge

Landwirt mit Handy

Landvolk: Weg vom Denken „Kontrolle – Sanktion – Widerspruch“

L P D – Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 gehört die FANi-App (Fotos Agrarförderung Niedersachsen) für viele Betriebe zum Förderalltag. „Niedersachsens Landwirte sind als Antragsteller inzwischen aktiv…

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay

Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors…

Schafe auf der Weide

Herdenschutz, Weidezaunbau und Wolfsmanagement

L P D – Welche Möglichkeiten haben Weidetierhalter, ihre Schafe, Rinder und Pferde vor Angriffen von Wölfen zu bewahren? Diese Frage steht ihm Mittelpunkt des 2. Echemer Zauntags, der am…

Milchkühe

Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im…

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…