Endlich aktiv den Wolf managen: Politik darf sich jetzt zum Wohle der Weidetiere nicht wegducken

Das Aktionsbündnis fordert ein praxistaugliches und rechtssicheres Abschussverfahren von übergriffigen Wölfen, die vollständige Umsetzung des europäischen Naturschutzrechts in Deutschland bezüglich der Ausnahmen vom strengen Artenschutz zur Regulierung des Wolfsbestandes und die unverzügliche Meldung des günstigen Erhaltungszustandes des Wolfes in Deutschland an die Europäische Kommission Foto: Pixabay

Absenkung des Schutzstatus durch Berner Konvention ist erster Schritt für Bestandsmanagement

L P D – „Wir gehen ganz stark davon aus, dass die EU in der heute stattfindenden Sitzung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention den Antrag zur Änderung des Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützte Tierart“ auf „geschützte Tierart“ einbringen wird. Alles andere wäre mehr als unverständlich, nach dem Beschluss in der vorherigen Sitzung im September. „Die Anpassung der Berner Konvention ist endlich der notwendige Schritt, um im Anschluss daran auch die FFH-Richtlinie der EU ändern und ein aktives und rechtssicheres Wolfsmanagement etablieren zu können“, erklärt hierzu der Sprecher vom Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement (AAW), Jörn Ehlers. Gemeinsam mit Peter Zanini, Geschäftsführer des Zentralverbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN), fordert Ehlers, dass die Politik die nötigen rechtlichen Schritte für Deutschland und die Bundesländer schnellstmöglich vorbereitet, damit Niedersachsens Weidetierhalter endlich eine Perspektive anstatt bislang leerer Versprechen bekommen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Es sei nicht nur für die Weidetierhalter, sondern für die ländliche Bevölkerung insgesamt ein wichtiges Signal, wenn bei diesem wahrscheinlich langwierigen Prozess der erforderlichen Rechtsanpassungen auf europäischer und nationaler Ebene die Politik jetzt schon proaktiv dazu die notwendigen Änderungen vorbereitet. „Es ist schon zu viel Zeit verloren gegangen. Der Wolf konnte sich auf Kosten der Weidetiere munter reproduzieren. Niedersachsens verantwortliche Politiker täten gut daran – auch gerade im Hinblick auf die anstehenden Wahlen – die Zeit jetzt zu nutzen, um die erforderlichen Entnahmeregelungen für ein rechtssicheres und artenschutzgerechtes Wolfsmanagement vorzubereiten, damit unsere Weidetierhalter nicht noch länger hingehalten werden“, führt Ehlers aus.

Sowohl was die Entnahme problematischer Einzeltiere als auch die Vorgaben für ein grundsätzliches Bestandsmanagement angehe, müsse von der Politik schon jetzt eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorbereitet werden“, erklärt Zanini. Die notwendigen Neuregelungen könnten dann nach Änderung der FFH-Richtlinie zum Schutzstatus des Wolfs unmittelbar in Kraft treten.

Das Aktionsbündnis fordert daher ein praxistaugliches und rechtssicheres Abschussverfahren von übergriffigen Wölfen, die vollständige Umsetzung des europäischen Naturschutzrechts in Deutschland bezüglich der Ausnahmen vom strengen Artenschutz zur Regulierung des Wolfsbestandes und die unverzügliche Meldung des günstigen Erhaltungszustandes des Wolfes in Deutschland an die Europäische Kommission. „Nur dann hat Weidetierhaltung auch in Niedersachsen eine Chance, denn wie die neusten Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zeigen, nimmt der Wolfsbestand weiter zu, aber die Tiere auf der Weide werden weniger“, verweist Ehlers auf die vielen Risse verbunden mit dem Tierleid und letztendlich den aufgebenden Weidetierhaltern. (LPD 91/2024)

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