Öffnet in einem neuen Tab

EU-Krisenhilfe bei Frostschäden im Obst- und Weinbau

Spätfröste haben im Frühjahr 2024 in verschiedenen Regionen Deutschlands erhebliche Schäden im Obst- und Weinbau verursacht, hier Frostschäden in einer Apfelblüte Foto: Landpixel

Möglichkeit der Antragstellung endet am 8. Januar 2025

L P D – Spätfröste haben im Frühjahr 2024 in verschiedenen Regionen Deutschlands erhebliche Schäden im Obst- und Weinbau verursacht. In diesem Zusammenhang stellt die Europäische Union Deutschland einen Betrag in Höhe von 46,5 Millionen Euro aus der Agrarreserve für die Unterstützung der betroffenen Betriebe zur Verfügung. Ein Großteil dieser Summe wird voraussichtlich in die Anbaugebiete im Süden Deutschlands fließen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Dennoch rechnet der Landesbauernverband damit, dass zumindest einige Dutzend Obstbauern im Alten Land von der Hilfe profitieren können.

Der Bund hat mit der „Verordnung für Beilhilfen wegen Frostschäden für bestimmte Agrarerzeuger im Jahr 2024“ den Rechtsrahmen für die Beihilfen für die betroffenen Obst- und Weinbauern geschaffen. „Die Beihilfe wird landwirtschaftlichen Unternehmen gewährt, die im Obst- oder Weinbau durch den Frost substanziell betroffen sind“, heißt es dazu in einer Information auf der Webseite der Landwirtschaftskammer (LWK), die das Verfahren für das Land Niedersachsen abwickelt. Dabei muss die gesamtbetriebliche Erzeugung 2024 (einschließlich z.B. Gemüse, Getreide, Zuckerrüben etc.) um mehr als 30 Prozent unter dem Landesdurchschnitt der Vorjahre liegen.

Zur Schadensermittlung müssen Obstbaubetriebe alle Erträge aus pflanzlicher Erzeugung des Jahres 2024 darlegen. Für jede vom Frost betroffene Kulturart sind die Erträge durch geeignete Nachweise (Buchführungsunterlagen, Dokumentationen oder Verkaufsbelege) zu belegen. Der Schaden muss nach Abzug nicht entstandener Kosten über 7.500 Euro liegen; Versicherungsleistungen schmälern die Beihilfe.

Die Verordnung sieht eine Obergrenze des Entschädigungssatzes von maximal 40 Prozent des entstandenen Schadens vor. Die tatsächliche Entschädigungsquote wird nach Ermittlung aller Schäden auf Bundesebene am 26. Februar 2025 bekanntgegeben. Danach erfolgt die Berechnung und Bewilligung der jeweiligen Beihilfen für die Unternehmen. Anträge auf Frostbeihilfe können anhand der Antragsformulare noch bis zum 8. Januar 2025 bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bewilligungsstelle Osnabrück, Am Schölerberg 6, 49082 Osnabrück gestellt werden. (Link zur Homepage). (LPD 02/2025)

Weitere Meldungen

Heimisches Obst: Ein Fünftel ist zu wenig!

L P D – Fünf Obstkisten, doch nur eine ist davon gefüllt mit heimischem Obst: Mit diesem eindrucksvollen Bild haben Niedersachsens Obstbaubetriebe am Donnerstag in Hannover auf die schwierige Lage…

Jörn Ehlers

Niedersachsen fördert – und verschärft zugleich den Wettbewerbsdruck

L P D – Niedersachsen stellt zusätzliche Millionen für den Umbau der Tierhaltung bereit – doch die Bedingungen sorgen beim Landvolk Niedersachsen für Kritik. Für das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) sind 2027…

GAP 2028: Junglandwirte gezielt unterstützen

Klockemann: „Passende Förderung ermöglicht den Generationswechsel“ L P D – Die EU will Junglandwirtinnen und Junglandwirte in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 stärker als bisher fördern. Hintergrund ist, dass…

Wärmeliebender Kürbis startet in die Erntesaison

L P D – Leuchtend orange, grün oder hell, rund oder länglich: Auf Niedersachsens Feldern beginnt traditionell Anfang September die Kürbisernte. Mehr als 800 Sorten zählen zur Familie der Kürbisse.…

Apfelernte startet mit vorsichtigem Optimismus

L P D – „Wir sind Optimisten, sonst würden wir den Job nicht machen“ – trotz Wetterkapriolen wie Hitze, Trockenheit und Hagel blickt Obstbauer Stephan Eckhoff aus dem Land Hadeln…

Weinanbau im Norden ist kein Problem mehr

L P D – 60 Hektar bewilligte Rebfläche zeigen: Niedersachsens Weinbau hat sich etabliert und wird sogar bei internationalen Wettbewerben prämiert. Dabei setzen die Winzer nicht auf große Mengen, sondern…