Europas Landwirte werden zum Spielball

Foto: Landvolk Niedersachsen

Landvolk kritisiert neue EU-Vorgaben für die Landwirtschaft

L P D – Die jüngsten Pläne der EU-Kommission zur europäischen Landwirtschaft im Jahr 2030 stoßen beim Landvolk Niedersachsen auf größte Bedenken. „Wir fordern die deutsche Politik auf, der EU-Kommission unter ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen deutlich zu machen, dass schon die bevorstehende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU und die weitere Umsetzung der bestehenden EU-Umweltvorschriften mit bisher nicht abschätzbaren Konsequenzen für unsere Landwirte verbunden ist. Mit zusätzlichen Verschärfungen von Umweltauflagen über eine Biodiversitäts- und „Farm to Fork“-Strategie noch eine Schippe oben drauf zu legen, ist auch angesichts der noch längst nicht überwundenen Corona-Krise unzumutbar“, kritisiert der Vize-Präsident des Landvolk Niedersachsen Ulrich Löhr anlässlich der morgen stattfindenden Sondersitzung der Agrar- und Umweltminister der Bundesländer zu den Vorschlägen aus Brüssel.

Besonders entrüstet sind der Landesbauernverband und seine Mitglieder darüber, dass Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Corona-Pandemie ausschlachtet, um ideologisch geprägte Vorstellungen über das zukünftige Leben und Arbeiten auf den Höfen durchzusetzen. Löhr plädiert daher auch an die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies am jüngst beschlossenen „Niedersächsischen Weg“ aufzuzeigen, wie gemeinsam mit der Landwirtschaft eine Entwicklung möglich ist, die den Bäuerinnen und Bauern wirtschaftliche Perspektiven lässt und sie nicht mit pauschalen Forderungen erschlägt.

Im „Niedersächsischen Weg“ sieht Löhr ein auf Augenhöhe verhandeltes Rahmenabkommen zwischen Umweltverbänden, Landesregierung, Landvolk und Landwirtschaftskammer, das erreichbare Ziele enthält und es der Landwirtschaft erlaubt, weiterhin produktiv, wettbewerbsfähig und ressourcenschonend zu arbeiten, um sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel herzustellen. Das verlangen wir auch von der EU und von der federführenden Bundesregierung“, fordert Löhr. „Die Corona-Krise zeigt uns, dass wir nicht riskieren dürfen, in lebenswichtigen Bereichen von anderen Ländern in dieser Welt abhängig zu werden“, urteilt der Vize-Präsident des Landesbauernverbandes. „Ich bin zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahrzehnt weitere Verbesserungen beim Ressourceneinsatz und Umweltschutz mithilfe von Wissenschaft und Ingenieurswesen in der Landwirtschaft hinbekommen. Kommissionschefin von der Leyen plant aber, uns ohne zuverlässiges Wissen über die Praxistauglichkeit und wirtschaftliche Machbarkeit von Innovationen pauschal per Verordnungen einfach bis zur Hälfte der heute noch erforderlichen Dünge- und Pflanzenschutzmittel und landwirtschaftliche Nutzfläche wegzunehmen. Dieser Weg führt nur zu einem: Die Aufgabe weiterer Betriebe und eine Verlagerung eines erheblichen Teils unserer Lebensmittelerzeugung ins Ausland“, schätzt Löhr die Folgen ein.

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