„Frostgare“ hat vielerorts die Böden aufgelockert

95 Prozent des angebauten Getreides in Niedersachsen ist Wintergetreide Foto: Landvolk

Starke Temperaturschwankungen bislang nicht schädlich für Getreide und Feldfrüchte

L P D – Erst klirrende Kälte, dann gefühlt schon Frühling: Was der rasante Temperaturwechsel mit den Böden macht und wie dieser sich auf den Stand der Saaten in Niedersachsen auswirkt, erläutert Landvolk-Vorstandsmitglied Thorsten Riggert: „Der Frost hat den tierischen Schädlingen und Pilzen den Garaus gemacht, das ist gut für den Stand der Winterungen.“ Das „Auf und Ab“ beim Wetter gab es seit Beginn dieses Winters, und auch im Frühjahr wird es nach Ansicht von Experten wechselhaft bleiben. „Wenn es noch mal länger Frost gibt, dann wäre das zum Beispiel für den Raps nicht so toll“, weiß Riggert, der Vorsitzender des Pflanzenbau-Ausschusses im Landesbauernverband ist. Er wünscht sich für seine Heimatregion, die Lüneburger Heide, dass es nach einer Trockenphase auch wieder für Düngung und Pflanzenschutz regnet, weil die Landwirte sonst in wenigen Wochen bereits wieder mit der Beregnung beginnen müssten.

Schon seit dem vergangenen Jahr liegen die Wintersorten von Weizen, Gerste, Roggen und Triticale im Boden und können sich bislang in Niedersachsen insgesamt gut entfalten. 95 Prozent des angebauten Getreides hierzulande ist Wintergetreide; es hat mehr Zeit für das Wachstum und kann deshalb mehr Körner ausbilden. Beim Sommergetreide, das erst im März oder April in den Boden gebracht wird, ist die Reifezeit kürzer und der Ertrag liegt zwischen zwanzig und dreißig Prozent niedriger.

In der Hildesheimer Börde, berichtet Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender im Pflanzenausschuss, profitieren die schweren Böden von der Feuchtigkeit und den zurückliegenden Minustemperaturen: „Die Kälte war für unsere Böden sehr gut. Wir hoffen auf eine gute Frostgare, wodurch die Böden dann aufgelockert werden.“ Der Landwirt schränkt aber auch ein: „Leider spitzelte das gesamte Getreide aus dem wenigen Schnee, so dass hier abzuwarten ist, ob es Frostschäden in den Kulturen gibt. Viele Getreidesorten sind nicht wirklich winterhart; die jetzige Wärme wird alle Tatsachen ans Licht bringen.“

Wetterexperten gehen davon aus, dass der März und der April in diesem Jahr eher kühl ausfallen werden und es noch zu Nachtfrösten kommen kann. (LPD 16/2025)

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