Frühzeitig miteinander reden

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat gemeinsam mit dem Landvolk Niedersachsen praxisnahe Fragebögen entwickelt. Sie sollen Ausbilderinnen und Ausbildern ebenso wie den Auszubildenden helfen, systematisch Feedbackgespräche zu führen Foto: Landvolk

Landvolk wirbt für offene Kommunikation in der Ausbildung

L P D – Ein gelungener Start in die Ausbildung legt den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Zukunft – das gilt auch in der Landwirtschaft. Doch nicht immer läuft in den ersten Monaten alles rund. „Rechtzeitig miteinander sprechen, das ist fast immer der Schlüssel für eine erfolgreiche Ausbildung“, betont Martin Roberg, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Landvolk Niedersachsen. Seit der Pandemie ist das noch wichtiger geworden, weil die langen Schulschließungen die Kommunikationsfähigkeiten vieler junger Menschen deutlich beeinträchtigt haben. Wer frühzeitig das Gespräch sucht, könne Missverständnisse und Konflikte vermeiden, bevor sie sich verfestigen.

„Viele Auszubildende wünschen sich mehr Wertschätzung und ein ehrliches, konstruktives Feedback“, ergänzt Christine Kolle, Bildungsreferentin beim Landvolk Niedersachsen. Genau dafür hat der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit dem Landvolk Niedersachsen praxisnahe Fragebögen entwickelt. Sie sollen Ausbilderinnen und Ausbildern ebenso wie den Auszubildenden helfen, systematisch Feedbackgespräche zu führen.

Die sogenannten Qualitätsleitfäden bestehen aus zwei Teilen: einem Selbsteinschätzungsbogen für die Auszubildenden und einem Bogen für die Fremdeinschätzung durch die Ausbilder. Themen wie Motivation, Lernverhalten, Arbeitsweise, Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, Berichtsheft, Berufsschule und Prüfungen werden darin gezielt angesprochen. So lässt sich klar erkennen, was gut läuft und wo Verbesserungsbedarf besteht.

„Die strukturierte Form des Austausches auf Basis der Fragebögen schafft Vertrauen und zeigt den Auszubildenden, dass ihre Entwicklung ernst genommen wird“, erläutert Kolle. Im Idealfall schließen sich an das Gespräch konkrete Zielvereinbarungen an. Sie empfiehlt, mindestens zweimal im Jahr ein solches Feedbackgespräch zu führen – am besten unter vier Augen und in ruhiger Atmosphäre. Das erste Gespräch sollte spätestens nach zwei Monaten stattfinden oder sobald sich erste Schwierigkeiten zeigen. „Wer frühzeitig redet, kann gemeinsam Lösungen finden – das ist die beste Investition in eine erfolgreiche Ausbildung“, ist Roberg überzeugt.

Neben den Leitfäden für Auszubildende gibt es Fragebögen für alle an der Ausbildung Beteiligten: Ausbilderinnen und Ausbilder, Ausbildungsberatende, Berufsschullehrkräfte, Ausbildungsbetrieb und überbetriebliche Ausbildungsstätten. Alle Materialien stehen online unter www.qualitaet-berufsbildung-agrar.de in der Rubrik „Qualitätsleitfäden“ zur Verfügung. (LPD 81/2025)

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