Grünland wird für den ersten Schnitt fit gemacht

Foto: Pixabay

Dieses Jahr ist auf besonders vielen Flächen eine Reparatursaat nötig

L P D – Schleppen, striegeln, walzen – je nach Bodenart kommen derzeit verschiedene Pflegemaßnahmen auf dem Grünland zum Zuge, damit Wiesen und Weiden ab Mai gemäht oder beweidet werden können. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, dienen diese ersten Arbeitsschritte des Jahres dazu, Maulwurfshügel einzuebnen, die Grasnarbe zu lüften oder die empfindlichen Wurzeln wieder anzudrücken.

Während die Schleppe vor allem alte Kuhfladen und Maulwurfshaufen verteilt, bereitet der Striegel den Boden gut auf eine Nachsaat mit Grassamen vor. Das ist dieses Jahr vor allem wegen der vielen Mäuse nötig, die reichlich Löcher und Gänge auf dem Grünland hinterlassen haben. Gerade in den Küstenregionen gibt es sehr große Fraßschäden durch Mäuse. „Die haben auf einigen Flächen die komplette Grasnarbe weggefressen“, sagt Hendrik Lübben, Milchviehhalter aus der Wesermarsch. Die beiden trockenen Sommer haben den Mäusen besten Voraussetzungen für die Vermehrung geboten.

Von der Vorarbeit der Mäuse profitiert nun die Larve der Wiesenschnake. Die sogenannte Tipula-Larve hat gerade auf den Moorböden in großer Zahl den Winter überlebt und es sich in den Mäuselöchern bequem gemacht. „Sie frisst das junge Gras bis Juni radikal ab“, sagt Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Grünlandausschusses im Landvolk Niedersachsen. Dies sei besonders ärgerlich, wenn der Landwirt die lückigen Wiesen gerade mit teurem Grassamen repariert habe. „Auf Flächen mit Tipula braucht man eigentlich gar nicht nachzusäen“, bedauert er. Dort werde ohnehin nichts wachsen.

Die dritte Herausforderung für die Milchviehhalter in diesem Frühjahr war der langanhaltende Regen in den vergangenen Wochen. Die Bauern haben sich grundsätzlich über das belebende Nass gefreut, doch die Güllelager sind nach dem Winter voll. „Wir konnten erst jetzt mit dem Güllefahren anfangen“, beschreibt Lübben die Abläufe auf seinem Bauernhof mit 160 Milchkühen. Er hofft nun auf trockene und warme Wochen und nur noch einzelne Regenschauer, damit das Gras dann durchstarten kann. „Der erste Schnitt ist dieses Jahr besonders wichtig, weil die Vorräte aufgebraucht sind“, verdeutlicht der Milchviehhalter. Einige Bauern mussten teure Grassilage zukaufen. Da wird die Ernte vom eigenen Grün umso sehnlicher erwartet. (LPD 24/2020)

Weitere Beiträge

Landwirt mit Handy

Landvolk: Weg vom Denken „Kontrolle – Sanktion – Widerspruch“

L P D – Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 gehört die FANi-App (Fotos Agrarförderung Niedersachsen) für viele Betriebe zum Förderalltag. „Niedersachsens Landwirte sind als Antragsteller inzwischen aktiv…

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay

Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors…

Schafe auf der Weide

Herdenschutz, Weidezaunbau und Wolfsmanagement

L P D – Welche Möglichkeiten haben Weidetierhalter, ihre Schafe, Rinder und Pferde vor Angriffen von Wölfen zu bewahren? Diese Frage steht ihm Mittelpunkt des 2. Echemer Zauntags, der am…

Milchkühe

Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im…

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…