Gülle ist ein wichtiger Dünger für gesunde Pflanzen

Nach der Winterruhe auf dem Acker und der damit verbundenen Sperrfrist dürfen Niedersachsens Landwirtinnen und Landwirte ab dem 1. Februar wieder ihre Felder mit Mineraldünger, Gülle oder Gärresten aus Biogasanlagen düngen Foto: Landpixel

Umweltschonende Ausbringung / Sperrfrist für Gülledüngung endet zum 1. Februar

L P DGülle ist für Pflanzen ein wichtiger Dünger, liefert er doch die wichtigen Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium. Nach der Winterruhe auf dem Acker und der damit verbundenen Sperrfrist dürfen Niedersachsens Landwirtinnen und Landwirte ab dem 1. Februar wieder ihre Felder mit Mineraldünger, Gülle oder Gärresten aus Biogasanlagen düngen. „Diese fördern nicht nur das vegetative Wachstum, sondern sorgen auch für gesunde Pflanzen – und der Geruch bei der Ausbringung ist heutzutage durch den Einsatz moderner Technik nur noch kurz anhaltend“, erklärt der Vorsitzende des Pflanzenausschusses im Landvolk Niedersachsen, Thorsten Riggert.

Gülle und weitere flüssige Wirtschaftsdünger müssen bodennah auf Grün- und Ackerland ausgebracht werden. Ausgenommen von dieser Pflicht sind nur Betriebe, die weniger als 15 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften. „Diese Höfe können für die im eigenen Betrieb anfallenden Wirtschaftsdünger eine Befreiung beantragen“, verweist Riggert auf die Ausnahme, die aufgrund von naturräumlichen oder agrarstrukturellen Besonderheiten von der Düngebehörde genehmigt werden kann.

Für eine bedarfsgerechte Düngung ziehen Landwirte Bodenproben auf ihren Flächen, um den Nährstoffgehalt im Boden zu messen. Anhand dieser Ergebnisse sowie des Nährstoffbedarfs der Pflanzen berechnen sie anschließend, wieviel Dünger sie genau ausbringen dürfen, um die Pflanzen optimal zu versorgen. „Der alte Spruch „viel hilft viel“ ist auch hier längst überholt. Wasser und Dünger sind kostbar und teuer. Das wissen unsere Landwirte längst, und sie nutzen daher neuste und vor allem sparsame Technik“, sagt Riggert.

Modernste Sensortechnik hilft zudem, wenn mit Schleppschläuchen die flüssigen Wirtschaftsdünger bedarfsgerecht direkt an den Pflanzen abgelegt wird. Auch die Schleppschuh-Variante ist bei den Acker- und Grünlandbauern beliebt: Der Schleppschuh öffnet den Boden leicht. Dies wie auch die moderne Schlitztechnik bewirken, dass die Gülle direkt in den Boden hineinläuft. „Die Vorteile sind, dass es deutlich weniger riecht und dass weniger Nährstoffe über die Luft verloren gehen bzw. fachlich gesagt: Ammoniakverluste werden gesenkt und die Stickstoffausnutzung für die Pflanzen verbessert“, führt Riggert aus. Neben der Ausbringungstechnik laufen zudem Versuche, durch Ansäuerung der Gülle mit Schwefelsäure mehr pflanzenverfügbaren Stickstoff zu erhalten. „Das ist eine umweltschonende und effizienzsteigernde Technik, die sich positiv auf die Erträge auswirkt und von der wir bestimmt in naher Zukunft mehr hören werden“, ist sich Riggert beim Thema Gülleausbringung sicher. (LPD 07/2025)

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