Handlungsfreiheit für bessere Wälder nötig

Der Umbau zum klimaresilienten Wald braucht Zeit, die wir eigentlich nicht haben. Umso wichtiger ist es daher, regionale Unterschiede - vor allem bei den Standortbedingungen - zu berücksichtigen und Planungssicherheit zu schaffen", sagt Verbandspräsident Philip von Oldershausen. Foto: Landvolk Niedersachsen

Waldzustandsbericht: Waldbesitzerverband Niedersachsen sieht Politik in der Pflicht

L P D – „Wir brauchen vor allem Handlungsfreiheit, um den Umbau des Waldes zum klimaresilienten Mischwald vollziehen zu können. Die Ergebnisse des aktuellen Waldzustandsberichts der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) für das laufende Jahr 2024, den die niedersächsische Forstministerin Miriam Staudte heute vorgestellt hat, zeigen ganz deutlich, dass wir unser Baumartenspektrum noch breiter aufstellen und Baumarten etablieren müssen, die mit Stress und Extremsituationen besser zurechtkommen“, erklärt hierzu der Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, Philip von Oldershausen gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Doch mit der geplanten Änderung des Bundeswaldgesetzes befürchten Niedersachsens Waldbesitzer, dass die regionalen Unterschiede nicht einfließen werden. Von Oldershausen sieht daher die Politik am Zuge, die Novelle des Bundeswaldgesetzes zu stoppen, um den Waldumbau aktiv gestalten zu können. „Forstministerin Staudte betont, dass mit Hochdruck am Umbau unserer Wälder zu artenreichen, klimastabilen Laub- und Mischwäldern gearbeitet werde. Genau das passiert derzeit von uns Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Dieser Umbau braucht Zeit, die wir eigentlich nicht haben. Umso wichtiger ist es daher, regionale Unterschiede – vor allem bei den Standortbedingungen – zu berücksichtigen und Planungssicherheit zu schaffen. Wir blicken auf mehr als 300 Jahre nachhaltige Forstwirtschaft zurück und werden trotz der schwierigen klimatischen Rahmenbedingungen diesen Weg fortsetzen“, zeigt von Oldershausen auf.

„Bäume, die heute noch gute Standortbedingungen haben, werden bei sich weiter veränderndem Klima bald nicht mehr ausreichend gute Standortbedingungen haben. Diese Detailkenntnisse haben nur die Försterinnen und Förster vor Ort. Da macht es überhaupt keinen Sinn, ideologische Vorgaben zu machen“, skizziert von Oldershausen die Gefahr gesetzlicher Vorgaben. „Wir brauchen weiterhin schneller wachsende Nadelhölzer, genauso wie Eichen und andere Laubhölzer aus dem In- und Ausland. Der Mix macht es – und hier ist Unterstützung seitens der Politik nötig, damit Niedersachsens Privatwaldbesitzer ihren Anteil – wie schon die Generationen zuvor – zu den wichtigen Ökosystemleistungen der Wälder für die Gesellschaft leisten können“, verweist von Oldershausen auf die langen Produktionszeiträume und fordert daher auch einen sachlichen Dialog zum Bundeswaldgesetz. (LPD 82/2024)

Der Waldzustandsbericht ist downloadbar unter https://www.ml.niedersachsen.de/download/211703/Waldzustandsbericht_Niedersachsen_2024.pdf

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