Hanf und Wein statt Schwein: Dem Klimawandel trotzen

„Ich bin ZukunftsBauer, weil wir hier vor Ort versuchen, uns an die veränderten Klimabedingungen anzupassen“, sagt Henrik Brinkmann aus Bad Iburg Foto: Landvolk

ZukunftsBauer Henrik Brinkmann stellte von Schweinehaltung auf Ackerbau um

L P D„Ich bin ZukunftsBauer, weil wir hier vor Ort versuchen, uns an die veränderten Klimabedingungen anzupassen“, sagt Henrik Brinkmann aus Bad Iburg. Der 26-Jährige hat gemeinsam mit seinem Bruder Jan den Familienbetrieb von Sauenhaltung auf alternative Standbeine umgestellt. „Da kamen viele Komponenten zusammen. Momentan betreiben wir Wein- und Ackerbau – so nachhaltig wie möglich mit reduzierter Bodenbearbeitung, um den Boden zu schützen und um Humus aufzubauen“, erklärt Brinkmann. Mit dem Anbau von vielfältigen Zwischenfrüchten und Nutzhanf will der Junglandwirt zudem langfristig Kohlendioxid (CO2) binden, teilt er dem Landvolk-Pressedienst mit.

„Es wird immer schwieriger, Pflanzen über den Sommer zu bringen. Nutzhanf ist trockentolerant, benötigt keine Pflanzenschutzmittel, fördert die Bodenfruchtbarkeit und kommt aufgrund seiner bis zu 1,40 Meter langen Wurzeln gut mit Trockenheit zurecht. Da die Sommer und somit auch die Wachstumsperioden länger werden, bietet er sich als nachwachsender Rohstoff zur Zweitnutzung nach Getreide an“, berichtet Brinkmann. Auf acht Hektar von insgesamt 75 Hektar landwirtschaftliche Fläche bringt er Winterhanf aus, der je nach Witterung im Februar/März geerntet wird. „Die Ernte hingegen ist nicht ganz so einfach. Eigentlich ist aufgrund der Hanffasern Spezialwerkzeug nötig, doch wir nutzen für unseren Winterhanf ein normales Mähwerk. Die Hanffasern finden sowohl in der Dämmstoff- als auch in der Faserindustrie Verwendung“, führt Brinkmann aus.

Weiterhin wird im kleinen Maßstab Sommerhanf zur Ölgewinnung angebaut. „Das passt gut in unsere Direktvermarktung, wo wir des weiteren Sonnenblumenöl und unseren Wein anbieten“, zeigt Brinkmann das neue Portfolio des Hofes auf. Nach über 750 Jahren hatte der Familienbetrieb 2022 die Schweinezucht aufgegeben. „Wir hätten große Investitionen tätigen müssen, um die Sauenhaltung zukunftsgerecht aufzustellen. Bauvorschriften, die Nutztierhaltungsverordnung, das Emissionsgesetz, schlechte Preise und hohe Kosten für Energie und Betriebsmittel. Das alles wäre im wahrsten Sinne des Wortes schweineteuer geworden“, zählt Brinkmann die Gründe auf. Gemeinsam setzen er und sein Bruder stattdessen auf den Klimawandel und wollen sich diesen zunutze machen: „Wein und Hanf mögen die warmen Temperaturen. Doch die vielen Niederschläge in diesem Jahr haben es uns nicht gerade einfach gemacht“, verweist der ZukunftsBauer auf die Unberechenbarkeit der Natur. „Sie zeigt uns Landwirten immer wieder, dass es auch anders kommen kann. Unsere Aufgabe ist es, in und mit ihr zu arbeiten und nicht gegen sie.“

Sein Statement und das von rund 70 weiteren ZukunftsBauern hat das Landvolk Niedersachsen unter https://www.zukunftsbauer-niedersachsen.de/ veröffentlicht.(LPD 93/2023)

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