Heimischer Zucker versüßt die Weihnachtszeit

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Anbau in Niedersachsen schont die Ressourcen und sichert das Angebot

L P D – Äpfel, Nüsse, Gebäck und Bonbons hingen früher am Christbaum. Sein Name war deshalb auch lange Zuckerbaum. Heute liegen die Weihnachtskekse auf bunten Tellern und versüßen Jung und Alt die Weihnachtszeit, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Zu den Plätzchen gesellen sich auch Schokoweihnachtsmänner und erfreuen die Leckermäuler. Umso schöner, wenn der dicke Zuckerguss auf den Keksen und der süße Zucker in der Schokolade direkt aus der Nachbarschaft stammen.

Mit seinen guten Böden ist gerade Südniedersachsen, die Hildesheimer Börde und das Braunschweiger Land für den Anbau der süßen Früchte prädestiniert. Insgesamt bauen in Niedersachsen rund 5.000 Landwirte knapp 100.000 Hektar Zuckerrüben an. 2019 wurden im Verbandsgebiet Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) insgesamt 9.8 Mio. Tonnen erzeugt und verarbeitet. Dieses Jahr rechnen die Landwirte mit einer durchschnittlichen bis leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt liegende Rübenernte. Da die Verarbeitung in den Zuckerfabriken allerdings bis Mitte Januar andauert, stehen genauere Daten noch aus.

Fest steht jedoch, dass auf einer Fläche von umgerechnet knapp 1,5 Fußballfeldern (1 Hektar) dieses Jahr durchschnittlich etwa 75 Tonnen Zuckerrüben gewachsen sind. Daraus werden in den Zuckerfabriken gut 12 Tonnen süßer Zucker gewonnen. „Geht man von einem herkömmlichen 100 Gramm schweren Schokoladen-Weihnachtmann aus, können aus dieser Zuckermenge mehr als 200.000 Stück hergestellt werden“, weist DNZ-Geschäftsführer Dr. Heinrich-Hubertus Helmke auf die leistungsfähige Landwirtschaft vor unserer Haustür hin. Rüben von norddeutschen Feldern versüßen deshalb auch den Menschen in vielen Nachbarländern das Leben in der Weihnachtszeit. Und was von der diesjährigen Ernte übrigbleibe, könne später für die Herstellung von Osterhasen verwendet werden.

Zudem produziert ein Hektar Zuckerrüben nach Angaben der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker auch knapp 20 Millionen Liter Sauerstoff – so viel, wie 90 Menschen im Jahr benötigen. Und da die Zuckerrübe zu rund 75 Prozent aus Wasser besteht, das während der Produktion aufgefangen und im gesamten Prozess genutzt wird, muss fast kein Frischwasser zur Zuckerherstellung verwendet werden. Zudem wird die Zuckerrübe komplett verwertet – zu heimischem Zucker sowie Tierfutter oder Düngemittel. Auf diese Weise schont die Zuckerrübe unsere natürlichen Ressourcen und schützt so die Umwelt. (LPD 102/2020)

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