Hofporträt: Kommunikation ist Frauensache

Teresa-Marie Pelka und Marion Voß, Foto: Cassenshof

Frauentag am 8. März – In der Landwirtschaft packt meist die ganze Familie mit an

L P D – Wenn der Nachname auf einer Hofstelle wechselt, wird deutlich, dass eine starke Frau das Ruder übernommen hat. Und das ist beim Cassenshof in der Lüneburger Heide immer mal wieder passiert. Aktuelles Beispiel ist Teresa-Marie Pelka, die gemeinsam mit ihrer Mutter Marion Voß die Zügel bei der Vermarktung der Freiland-Eier, Kartoffeln, Gänse und Spargel in der Hand hält und gemeinsam den Hofladen betreibt. „Wir veredeln unsere Ernte im Büro, indem wir sie direkt verkaufen“, erläutert Pelka. Sonst würde es den typischen Heidehof heute nicht mehr geben, ist sie sich sicher.

Gegründet hat den Hofladen ihre 62-jährige Mutter, die die Geschäftstüchtigkeit aus einem Hamburger Juwelierhaushalt mit auf den Hof brachte. Mittlerweile beschäftigt die Familie mehr als 60 Mitarbeiter, von denen mehr als die Hälfte Frauen sind. „Die Kommunikation liegt den Frauen“, sagt Pelka. Die körperlich anstrengenden Tätigkeiten, wie das Ausliefern der Kartoffeln, übernähmen dagegen oft die Männer. „Was man gerne macht, das macht man gut“, lautet die Erfahrung der Betriebsleiterin. Bei Weiterentwicklungen des Bauernhofes fragte sich die Familie daher zuerst: „Was fällt uns leicht?“

Dabei stand in den vergangenen Jahren immer das Miteinander an erster Stelle. „Es macht uns Spaß, mit den Kunden zu reden“, erläutert die 34-jährige. Und die Verbraucher nehmen dieses Angebot gerne an. „Wir stellen uns dann vor, dass der Kunde am Sonntag vor seinem Frühstücksei sitzt und schnell eine Mail an uns tippt“, sagt Pelka. Um dies unkompliziert zu ermöglichen, steht auf allen Eierpappen die E-Mailadresse des Hofes. Eine ausführliche Beantwortung der sachlichen Fragen, wie zum Beispiel zur Fütterung, bildet eine gute Grundlage für die Kommunikation der Direktvermarkter.

Neben dem Miteinander mit den Kunden liegt der Bauernfamilie auch die Mitarbeiterführung am Herzen. „Innerhalb von vier Jahren wurden sieben Kinder geboren, das war schon eine Herausforderung“, gibt die zweifache Mutter zu, die jeder Mitarbeiterin ihre individuelle Elternzeit ermöglicht. Sie weiß die Arbeit auf dem Bauernhof auch deshalb zu schätzen, weil die Kinderbetreuung in der Großfamilie mit Eltern und Großeltern in der Nähe gut funktioniert. „Bei uns gibt es das berühmte Dorf, das man braucht, um ein Kind zu erziehen“, freut sich Betriebsleiterin auf eine weiterhin geschäftige Zukunft in Frauenhand. (LPD 19/2021)

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