Hühnerhalter nimmt moderne Herausforderungen an

Foto: Timo Jaworr für agrarheute

Gunnar Leferink aus Nordhorn für den CeresAward nominiert

L P D – Der landwirtschaftliche Familienbetrieb Leferink wird schon in der sechsten Generation geführt. Über alle Generationen hinweg hat die Familie aus Nordhorn sich den Neuerungen und Anforderungen der Gesellschaft gestellt. Ihr neuestes Projekt ist die Teilnahme am Projekt „respeggt“, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Das heißt, sie kaufen ihre Legehennen aus Brütereien, die die Eier am achten und neunten Tag des Brutprozesses auf das Geschlecht der zukünftigen Küken überprüfen. „Das ist für uns eine gute Geschichte“, sagt Henny Leferink, die den Hof zusammen mit Ehemann Berthold und den Söhnen Gunnar, Jannis und Maarten führt. Für die Familie steht das Tierwohl an oberster Stelle und das Töten der männlichen Eintagsküken lag ihr schon länger schwer im Magen. Nun finden die männlichen Bruteier schon in einem sehr frühen Stadium als hochwertiges Tierfutter Verwendung.

„Das kommt bei unseren Kunden gut an“, lautet Leferinks Erfahrung. Seit 2015 betreibt die Familie eine Direktvermarktung, angefangen mit einer einfachen Eierhütte und einer Milchtankstelle, werden inzwischen täglich Hotels, Bäckereien, der Tierpark Nordhorn, Restaurants, Tankstellen und regionale Supermärkte mit den Eiern der bis zu 39.700 Hühner beliefert. Ihr innovatives Engagement wurde zudem mit einem Finalplatz beim CeresAward in der Kategorie Geflügelhalter belohnt. Mit dem CeresAward ehrt der Deutsche Landwirtschaftsverlag jedes Jahr erfolgreiche Persönlichkeiten und Projekte im Bereich der Landwirtschaft in insgesamt zehn Kategorien. Er wird am 28. Oktober in Berlin verliehen.

Auf ihrem großen Freigelände hält die Familie Hühner der Rasse Dekalb White. „Es ist schon eine ganz schöne Jonglierei, die Junghennen zum richtigen Zeitpunkt anzufordern“, sagt Leferink und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit Brüterei und Aufzüchter. Gut eineinhalb Jahre legen die Hennen bei den Leferinks Eier. Wenn sie auf den Hof kommen, sind sie etwa 17 bis 18 Wochen alt. Vereinzelt laufen dann auch noch Hähne zwischen den Hennen. „Das Verfahren steckt noch in den Kinderschuhen“, bestätigt die Bäuerin. Sie ist sich aber sicher, dass diese Schiene weiter ausgebaut wird: „Der Markt und die Regierung wollen es ja so.“ Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen wurden 2019 fast 4,9 Milliarden Konsumeier in niedersächsischen Bauernhöfen gelegt. Damit stammte fast jedes vierte von zehn deutschen Eiern aus Niedersachsen. Mehr als die Hälfte der niedersächsischen Eier stammte aus Bodenhaltung (53 Prozent), fast ein Viertel aus Freilandhaltung (23 Prozent) und etwa ein Zehntel (elf Prozent) aus der Kleingruppenhaltung. (LPD 80/2020)

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