Kirschen mögen ein Dach über dem Kopf

Foto: Landvolk Niedersachsen

Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren bringen Heimat auf den Tisch

L P D – Leckere Erdbeeren, saftige Kirschen und knackige Heidelbeeren, das alles wächst bei uns Niedersachsen direkt vor der Haustür. Da es im Norden allerdings auch im Sommer viel regnet, haben die Obstbauern ihre Bäume für die Zeit von April bis Juli überdacht, um die süßen Kirschen vor den harten Regentropfen zu schützen. „Die Dachanlagen werden meist mit der Neuanpflanzung gebaut“, erläutert Dr. Karsten Klopp von der Obstbauversuchsanstalt in Jork gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Gut die Hälfte der 500 Hektar großen Kirschplantagen im Alten Land seien bereits damit ausgerüstet, Tendenz steigend. Denn geplatzte Kirschen seien unverkäuflich.

„Ausgerechnet die Hauptsorte Kordia hat dieses Jahr einige starke Regenschauer abbekommen“, sagt Klopp. Durch ihren Ausfall sei die Erntemenge von 5.000 Tonnen eher als durchwachsen, höchstens als normal zu bezeichnen. Mit den Qualitäten der überdachten Kirschen seien die Obstbauern jedoch sehr zufrieden. „Die rechtfertigen den höheren Preis gegenüber den Importen“, ist sich Klopp sicher.

Auch Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Beeren- und Spargelanbauer Niedersachsen, nennt den Import von Früchten und Beeren „ein gravierendes Thema“. Beim Spargel und bei den Erdbeeren sei das nur zu Beginn der Saison ein Problem für die Erzeuger in Niedersachsen, bei den Kirschen mache sich die massenhafte Einfuhr insbesondere aus der Türkei jedoch durchgängig bemerkbar.

Bei den Himbeeren beginnt jetzt die reguläre Ernte im Freiland. Bisher kamen die Früchte aus dem Tunnel, wo sich der geschützte Anbau ebenfalls bewährt hat. „Die Früchte sind dicker, stabiler und haltbarer und werden mit deutlich weniger Pflanzenschutzmittel angebaut“, erläutert Eickhorst. Bei dieser Anbauweise können die Landwirte vermehrt mit Nützlingen wie der Schlupfwespe arbeiten. Das Obst aus dem Gewächshaus entspricht dadurch dem Wunsch der Verbraucher und sei deutlich weniger anfällig für Matsch und Schimmel.

Den Erdbeeren haben hingegen die Spätfröste im März und April zu schaffen gemacht. „Wir klagen aber auf hohem Niveau“, sagt Eickhorst. Die Bilanz sei insgesamt sehr zufriedenstellend. Besonders die Frigo-Ware, die durch das Einlagern bei minus zwei Grad in einem künstlichen Winter gehalten wird und deren Ernte jetzt begonnen hat, habe eine sehr gute Qualität und sei am Markt sehr gefragt. Zudem kommen bald auch die Remontierer, die immer tragenden Erdbeeren, ins Spiel. „Dieser Bereich hat sich stark ausgeweitet, besonders im Süd-Oldenburger Raum“, sagt Eickhorst. (LPD 59/2020)

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