Niedersachsen ist auf dem Weg zum Milchland Nr. 1

Der Milchausschuss diskutierte über die Zukunft der Milchhaltung in Niedersachsen. Foto: Landvolk Niedersachsen

Lage ist auf den Betrieben besser als Stimmung – Viel Innovationskraft vorhanden

L P D – Die Innovationskraft vieler Betriebe hob Hendrik Lübben als stellvertretender Vorsitzender des Milchausschusses beim Landvolk Niedersachsen in der jüngsten Sitzung des Gremiums in dieser Woche in Verden hervor. Lübben, der selbst Landwirt mit Kühen auf Grün- und Weideland im Landkreis Wesermarsch und Vorsitzender des Vereins „Eure Landwirte – Echt grün“ ist, betonte dabei die Motivation vieler junger Berufskolleginnen und -kollegen: „Wir stehen in den Startlöchern und wollen unsere Höfe weiterentwickeln. Vielfach legt uns aber die Politik faule Eier ins Nest.“

Diese Einschätzung bestätigte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies, der dem Ausschuss über „Die Zukunft der Milchviehhaltung in Niedersachsen“ berichtete. „Die wirtschaftliche Lage ist besser als Stimmung“, weiß der Landwirt. Gesetzes- und Verordnungsentwürfe wie die jetzt gekippten Pläne der EU zur Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln oder der Entwurf des Klimagesetzes für Niedersachsen führten nicht zu Optimismus in der Branche, sagte Hennies. „Nicht nur die Landwirtschaft wäre in großen Teilen betroffen, sondern auch die so wichtigen vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige im Bundesland.“

„Die niedersächsische Landwirtschaft ist hoch effizient“, führte Hennies aus. Es bringe nichts, die Erzeugung in andere Länder und Regionen mit schlechterer Klimabilanz zu verlagern. „Das käme doppelt so teuer zurück.“ Niedersachsen kann und soll Vorreiter bei einer klimaoptimierten Landwirtschaft werden, sagte der Landvolkpräsident. Dabei spielt auch die Moorstrategie eine entscheidende Rolle, bei der die niedersächsischen Landwirte aktiv beteiligt werden wollen. Bei der Düngebilanz sind die Vorgaben laut Hennies längst erreicht und teilweise übertroffen. „Da können wir sagen: Problem in Summe gelöst“, stellt Hennies fest. Die Vorgabe aus der Farm to Fork-Strategie, 50 Prozent Stickstoffüberschüsse einzusparen, sei erfüllt. Als erfreulich bewertet der Landvolkpräsident die Tatsache, dass im Norden Deutschlands die Milchproduktion je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche weiter gesteigert worden ist. In Niedersachsen gibt es für 46 Prozent der Kühe Weidegang, in Bayern sind es zum Beispiel 18 Prozent. Hennies abschließend: „Wir sind bei allen Parametern auf dem Weg zum Milchland Nummer eins.“ (LPD 92/2023)

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