Niedersächsische Landesdüngeverordnung auf dem Prüfstand

„Unsere Landwirtinnen und Landwirte haben in den vergangenen Jahren vorzeigbare Ergebnisse geliefert: Die Stickstoffbilanzen verharren trotz einiger statistischer Anpassungen auf niedrigem Niveau und die Nitratmessstellen in den Wasserschutzgebieten zeigten in den letzten zehn Jahren eine Verbesserung an“, sagt Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges zum neuen Nährstoffbericht. Foto: Landvolk Niedersachsen

Landvolk erwartet mit Spannung bevorstehende Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts

L P D – Mit Spannung blickt das Landvolk Niedersachsen auf den kommenden Dienstag: Am 28. Januar 2025 steht am Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg die erste Hauptsacheentscheidung über einen Normenkontrollantrag zur Landesdüngeverordnung, den sogenannten „roten Gebieten“, an. Bereits in einem Eilverfahren hatte das OVG im Juni 2024 die Rechtswidrigkeit der Gebietsausweisung festgestellt, aber keine Dringlichkeit zur Entscheidung gesehen. Die mündliche Verhandlung vor dem OVG in Lüneburg ist auf 10 Uhr terminiert, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

2020 hat der Bund mit der Änderung der Bundes-Düngeverordnung die Länder verpflichtet, nitratbelastete Gebiete auszuweisen. In einer Verwaltungsvorschrift wurden dazu Einzelheiten zur Zusammenstellung der Messnetze und zur Vorgehensweise bei der Gebietsausweisung festgelegt. Anhand der in Grundwassermessstellen festgestellten Nitratwerte wurden durch die Landesdüngeverordnung in Niedersachsen so die „roten Gebiete“ ausgewiesen. In diesen Gebieten sind die Landwirte unter anderem verpflichtet, die Düngung ihrer Felder einzuschränken, was zu Qualitätsminderungen der Feldfrüchte und somit zu erheblichen Ertragseinbußen führt.

„Die für die Landwirtschaft einschränkenden Regelungen dürfen nur auf einer fachlich und rechtlich fundierten Grundlage erfolgen. Hier erwarten wir vom OVG klare Hinweise“, erklärt Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges. Die Messstellen, die für die Ausweisung der roten Gebiete zugrunde gelegt worden sind, hätten aber erhebliche Mängel. Außerdem sei viel zu großflächig ausgewiesen worden, weil viel zu wenige Messstellen für die Gebietsausweisung genutzt werden. Die Rechtsgrundlagen der Landesverordnung als auch die Datengrundlagen und die Methodik für die Gebietsausweisung werden von vielen Landwirten kritisch hinterfragt.

Das Landvolk Niedersachsen ließ deshalb Anfang 2019 ein umfangreiches hydrogeologisches Gutachten zur Überprüfung der Gebietsausweisung erstellen, in dem neben methodischen Mängeln bei der Ausweisung der Gebiete auch erhebliche Verstöße gegen technische Regelwerke bei den Messstellen festgestellt wurden. Mehr als 60 Prozent der untersuchten Messstellen hatten Mängel. Gegen die am 6. Dezember 2019 in Kraft getretene Landesdüngeverordnung wurden zehn Normenkontrollanträge vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) erhoben, um möglichst viele Fallgestaltungen abzudecken. Die Finanzierung des Gutachtens und der Normenkontrollklagen haben die Kreisverbände des Niedersächsischen Landvolkes und der Landesbauernverband übernommen. (LPD 07/2025)

Bitte akzeptieren Sie die YouTube-Cookies, um dieses Video abzuspielen. Durch die Zustimmung greifen Sie auf Inhalte von YouTube zu, einem Dienst, der von einem externen Drittanbieter bereitgestellt wird.

Datenschutzerklärung von YouTube

Wenn Sie diesen Hinweis akzeptieren, wird Ihre Auswahl gespeichert und die Seite neu geladen.

Weitere Beiträge

Landwirt mit Handy

Landvolk: Weg vom Denken „Kontrolle – Sanktion – Widerspruch“

L P D – Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 gehört die FANi-App (Fotos Agrarförderung Niedersachsen) für viele Betriebe zum Förderalltag. „Niedersachsens Landwirte sind als Antragsteller inzwischen aktiv…

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay

Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors…

Schafe auf der Weide

Herdenschutz, Weidezaunbau und Wolfsmanagement

L P D – Welche Möglichkeiten haben Weidetierhalter, ihre Schafe, Rinder und Pferde vor Angriffen von Wölfen zu bewahren? Diese Frage steht ihm Mittelpunkt des 2. Echemer Zauntags, der am…

Milchkühe

Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im…

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…