Offene Stallfenster machen Tierhaltung transparent

Leon Trentmann Foto: Christian Belling NOZ

Verein Information.Medien.Agrar fördert den Einblick in den Tierstall

L P D – Transparenter geht es nicht: Das große Stallfenster im Ferkelaufzuchtstall von Familie Trentmann in Surwold im Emsland ist zu jeder Tages- und Nachtzeit gut einsehbar. „Wir halten zwar sehr viele Tiere, dem einzelnen Schwein geht es aber trotzdem gut“, macht Leon Trentmann deutlich. Gemeinsam mit seinem Vater führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 200 Sauen, Aufzucht der eigenen Ferkel, Ackerbau sowie Biogas und Photovoltaik. Der 24-Jährige engagiert sich schon einige Zeit in den sozialen Medien für die Landwirtschaft. Als Agrarblogger ist er unter dem Namen „Discover farming“ bei facebook, Instagram und Youtube zu finden, wo er seine Arbeit auf dem Hof zeigt.

Durch das offene Stallfenster kommt Trentmann nun auch öfter mit den Menschen vor Ort ins Gespräch, die den Stall besuchen. Ihn können alle ansprechen, gerade wenn sie der modernen Landwirtschaft kritisch gegenüberstehen, bietet er den Austausch an. „Andere Ansichten aufzunehmen, tut gut“, zeigt sich der Junglandwirt dankbar für jede Diskussion. Der offene Schweinestall unterstützt ihn in den Gesprächen und untermauert seine Argumente. Zu sehen ist ein Abteil mit Ferkeln zwischen neun und 45 Kilogramm auf Spaltenboden, wie er in modernen Schweineställen üblich ist.

Direkt vor Ort mit Blick auf die oft diskutierte Tierhaltung lassen sich interessierte Verbraucher von der Begeisterung des jungen Mannes für seinen Beruf anstecken. „Das persönliche Gespräch überzeugt immer noch am besten“, hat der Landwirt festgestellt. Er ist auf seine Arbeit und die Tierhaltung auf seinem Hof stolz und zeigt sie gerne. Die Idee, seinen Stall für Einblicke zu öffnen, hat er von der Grünen Woche in Berlin mitgenommen.

Gefördert wurde der Umbau durch den Verein Information.Medien.Agrar (i.m.a.) mit 1.000 Euro. Zudem erhalten teilnehmende Landwirte Infotafeln und Prospekte mit Informationen über die entsprechende Tierhaltung sowie eine Plakette für das Stalltor, die den Betrieb als Aktionsteilnehmer kennzeichnet. „Bauernhöfe, die Besucher durch ihre Schweine- oder Geflügelställe führen, bekommen von uns Schutzanzüge“, sagt Dana Heyligenstädt von der i.m.a. Denn bei der Vermittlung moderner Tierhaltung sei niemand authentischer und glaubwürdiger als der Landwirt selbst. In Niedersachsen beteiligen sich nach ihren Angaben zurzeit 44 Bauernhöfe an dem Projekt „Einsichten in die Tierhaltung“, die Adressen werden an interessierte Besucher auf Anfrage weitergegeben, darunter sind unter anderem 24 Schweinehalter, acht Rindviehbetriebe und sieben Höfe mit Geflügel. (LPD 47/2020)

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