Projekt FINKA startet Feldversuche mit 60 Betrieben

Ulrich Löhr Foto: Landvolk Niedersachsen

Unter dem Kurznamen „FINKA“ ist im April ein Verbundprojekt zur „Förderung von Insekten im Ackerbau“ gestartet. Das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt erarbeitet Lösungsstrategien zur Förderung von Insekten in der Agrarlandschaft und stößt damit innerhalb der Landwirtschaft eine breite Diskussion an.

30 konventionell wirtschaftende Betriebe sind Partnerschaften mit 30 ökologisch wirtschaftenden Betrieben eingegangen. Die Betriebe liegen überwiegend im östlichen und mittleren Niedersachsen und sind maximal 15 Kilometer voneinander entfernt. Der konventionell arbeitende Betrieb verzichtet auf einer Versuchsfläche von ein bis drei Hektar auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden (Pflanzenschutzmittel gegen Insekten) und Herbiziden (Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter). Gleichzeitig bewirtschaftet er eine Vergleichsfläche gewohnt konventionell. Der ökologisch wirtschaftende Partnerbetrieb legt eine Vergleichsfläche ähnlicher Größe und mit ähnlichen Standortbedingungen an. Seinen Partnerbetrieb wird er mit Hack- und Striegeltechnik unterstützen. Gemeinsam gehen sie in einen fachlichen Austausch darüber, wie mehr Biodiversität bei hoher Produktivität auf der Ackerfläche erreicht werden kann. 

„Ich hoffe auf Lerneffekte durch Ausprobieren“, sagt Ulrich Löhr, Vizepräsident im Landvolk Niedersachsen, der selbst an dem Projekt teilnimmt. Sein Partnerbetrieb liegt im gleichen Ort im Landkreis Wolfenbüttel. Aktuell wird auf den Versuchsflächen aller FINKA-Betriebe Wintergetreide (Wintergerste, -weizen, -roggen oder Triticale) ausgesät, um ähnliche Ausgangsbedingungen für die wissenschaftlichen Untersuchungen zu schaffen. Damit wird das Vorkommen und die Vielfalt der Ackerbegleitflora und von Insekten im Verlauf des Projektes dokumentiert. Die Kartierungen beginnen im Frühjahr 2021. Die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen sollen dementsprechend im Laufe des Jahres 2021 unter anderem auf Feldtagen mit den Berufskolleg*innen und weiteren Interessierten geteilt werden.

Verbundpartner im Projekt sind die Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH, das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V., das Landvolk Niedersachsen e.V. sowie das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn (ZFMK) und die Georg-August-Universität Göttingen. Das Projekt FINKA wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Das Projekt läuft bis Ende 2025. (LPD 83/2020)

https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/finka.html

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Ute Brauckhoff

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