Roggen verhindert Ebergeruch

Cord Penshorn Foto: Landvolk Niedersachsen

Robustes Getreide verkraftet Trockenstress – Anbau in Niedersachsen ausgedehnt

L P D – Mit Energie in den Tag starten und lange satt bleiben – dafür ist ein Roggenbrot aufgrund seines geringen glykämischen Indexes, also des flachen Anstiegs der Blutzuckerkurve, ideal. Roggen hat im Vergleich zu anderen Getreidearten mit 13 bis 15 Prozent den höchsten Anteil an wertvollen Ballaststoffen, bei Dinkel, Weizen, Hafer und Gerste sind es immerhin noch neun bis zehn Prozent. Der anspruchslose Roggen ist auch bei Bauern beliebt, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Er zitiert Schätzungen des Landesamts für Statistik, wonach die Landwirte in Niedersachsen den Roggenanbau von 133.000 Hektar (ha) im vergangenen Erntejahr auf 149.600 ha in diesem Jahr um 12,5 Prozent erhöht haben.

„Trotz Trockenstress liefert Roggen nahezu gleichbleibende Erträge“, erläutert Cord Penshorn aus Bergen die Vorzüge des Getreides. Auf den sandigen Böden nördlich von Celle ist er auf Kulturen mit geringen Standortansprüchen angewiesen, oder er muss die Felder bei Trockenheit beregnen. Da die Wassermenge zur Beregnung in der Region wie auch anderswo begrenzt ist, verwendet der Landwirt das Wasser bevorzugt im Anbau von Zuckerrüben und Kartoffeln. „Weil der Roggen mit wenig Wasser zurechtkommt, kann ich die anderen Kulturen einmal öfter beregnen“, verdeutlicht der Landwirt. Er schätzt zudem das unkomplizierte Management der Getreideart, da der Roggen auch mit wenig Dünger und Pflanzenschutz gedeiht.

Derzeit werden etwa 60 Prozent der deutschen Roggenernte verfüttert. Denn was für den Menschen gut ist, sorgt auch bei Schweinen für Wohlbefinden. Die Körner spielen deshalb auch in Penshorns Futtertrögen eine große Rolle. „Die Schweine werden davon schön satt und sind zufrieden“, sagt der Landwirt, der bei seinen Ferkeln auf das Kastrieren verzichtet. Die Futtermischung aus Roggen, Gerste, Weizen, Sojaschrot und Mineralstoffen passt er immer wieder an, um sie an die Entwicklung seiner 3.000 Tiere optimal anzupassen. Roggen bleibt mit bis zu 60 Prozent in der Endmast eine der Hauptkomponenten.

Um die Fütterung seiner Tiere immer weiterzuentwickeln und auf dem neuesten Stand zu sein, nimmt Penshorn an verschiedenen Projekten teil. Erste Ergebnisse einer Feldstudie der Viehvermarktung Walsrode und eines Pflanzenzüchters bestätigen, wie wertvoll der Roggen für die Gesundheit der Schweine ist. So wurden die Salmonellenbefunde durch die Roggenfütterung auf ein Drittel der Ausgangshöhe reduziert. Die Tierarztkosten sanken und sogar der Ebergeruch konnte nachweislich unterdrückt werden. Insgesamt hat sich die Fleischqualität durch die Fütterung von Roggen verbessert. Und ein altes Sprichwort sagt sogar: Roggenbrot macht Wangen rot! (LPD 45/2020)

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