Stabile Milchpreise, sinkende Kuhzahlen

Frank Kohlenberg, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, sieht die Preisstabilität als ein positives Signal für die Milchviehhalter, warnt jedoch vor den Auswirkungen staatlicher Eingriffe Foto: Landvolk

Herausforderungen für Niedersachsens Milcherzeuger bleiben 2025 aktuell

L P D – Niedersachsens Milcherzeugerinnen und -erzeuger blicken auf ein Jahr 2024 mit stabilen Milchpreisen zurück. Nach den extremen Preisschwankungen der Vorjahre kehrte Ruhe in den Milchmarkt ein. Mit einem Einstiegspreis von 43,93 Cent je Kilogramm Milch hat sich der Auszahlungspreis im Laufe des Jahres positiv entwickelt und hat die Marke von 50 Cent überschritten. Trotz dieser guten Entwicklung bleiben dennoch die Herausforderungen groß für die Branche. Frank Kohlenberg, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, sieht die Preisstabilität als ein positives Signal für die Milchviehhalter, warnt jedoch vor den Auswirkungen staatlicher Eingriffe.

 „Die Umsetzung von Artikel 148 der gemeinsamen Marktordnung ins nationale Recht ist kein geeignetes Mittel, um die Verhandlungsposition der Erzeuger zu verbessern“, warnt der Landwirt aus dem Landkreis Holzminden. „Die zurückliegenden Jahre haben gezeigt, dass eine längerfristige Preisprognose für Molkereien angesichts der Schwankungen auf dem Weltmarkt ohne Risikoabschläge nicht möglich ist. Das Ergebnis: Es kommt im Laufe des Jahres weniger Geld beim Milcherzeuger an und eventuelle Mehrerlöse können erst zum Vertragslaufzeitende ausgezahlt werden.“

Eine von der Fachhochschule Kiel veröffentlichte Studie untermauert diese Aussagen und prognostiziert keine verbesserte Stellung der Milcherzeuger mit der geplanten Umsetzung des Artikels 148 im Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetz. Stattdessen geht die Empfehlung der Branche hin zur börslichen Milchpreisabsicherung eines Teils der Milch, die freiwillig vom Milcherzeuger vorgenommen werden kann. Viele der niedersächsischen Molkereien bieten dieses Konzept bereits an. Ziel des Landvolks Niedersachsen ist es, diese Möglichkeit der Preisabsicherung weiter zu bewerben. „Gerade in Zeiten eines hohen Milchpreises sollte man sich gegen fallende Preise absichern, um die notwendige Liquidität zu erhalten“, rät der Landvolk-Vizepräsident.

Kohlenberg, selbst Milchviehhalter, fordert von Bund und Land praktikablere Lösungen zur Verbesserung der Situation der Erzeuger, denn eins falle im Jahr 2024 auf: Trotz steigender Milchpreise werde am Gunststandort Niedersachsen nur wenig investiert und die Kuhzahlen sinken weiter. Derzeit gibt es rund 776.508 Milchkühe in Niedersachsen, etwa 70.000 Tiere weniger als noch vor zehn Jahren. „Es braucht praxisnahe Ansätze wie die Förderung von Futter- und Güllelagerungen und einen Bürokratieabbau, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern“, betont Kohlenberg abschließend.

Weitere Informationen sind auch im jüngsten Geschäftsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV). (LPD 02/2025)

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