Tierärztemangel bringt große Probleme mit sich

Um dem zunehmenden Mangel an Tierärzten zu begegnen, hat das Land Niedersachsen auf Erleichterungen bei der Anerkennung von Veterinärabschlüssen aus Drittstaaten gedrängt und einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, der in der jüngsten Sitzung in den Agrarausschuss überwiesen worden ist Foto: Landpixel

In den nächsten zehn Jahren müssen 3.000 Stellen nachbesetzt werden

L P D – Das Landvolk Niedersachsen zeigt sich besorgt angesichts des immer deutlicher werdenden Mangels an Tierärztinnen und Tierärzten, vor allem für Großvieh. Sichtbar wird dies anhand mehrerer Situationen. Die Notfallversorgung ist zum Beispiel vor allem nachts und an Wochenenden vielerorts längst nicht mehr gesichert. „In vieharmen Regionen ist dies sogar schon bei Routine- und Pflichtuntersuchungen spürbar“, berichtet Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg. Dabei seien eine schnelle und verlässliche veterinärmedizinische Versorgung essenziell für das Tierwohl. „Wir hören auch immer wieder, dass weite Fahrtstrecken der Tierärzte eine immense Kostensteigerung bedeuten“, erläutert Kohlenberg eine der weiteren gravierenden Folgen des Mangels.

Im Entwurf zur Neufassung der EU-Tierschutztransport-Verordnung sind ebenfalls neue und umfassendere Aufgaben für Veterinäre angedacht. Zum Beispiel soll die Anwesenheit eines Tierarztes beim Verladen von Schlachtvieh auf landwirtschaftlichen Betrieben zur Pflicht gemacht werden. Gegen diese geplante Vorgabe hat sich das Landvolk klar positioniert, weil die Fachärzte dafür nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind und, weil die Verladung meist in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden stattfindet.

Um dem zunehmenden Mangel an Tierärzten zu begegnen, hat das Land Niedersachsen auf Erleichterungen bei der Anerkennung von Veterinärabschlüssen aus Drittstaaten gedrängt und einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, der in der jüngsten Sitzung in den Agrarausschuss überwiesen worden ist. „Der Landesbauernverband begrüßt diesen Vorstoß. Zusammen mit einer möglichen ‚Landtierarztquote‘ könnte die Maßnahme gut wirken, um mehr Veterinäre in den ländlichen Raum zu bringen“, schätzt Kohlenberg.

Die derzeitige dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung von Tierarztausbildungen aus Drittstaaten erfordert laut dem Landwirtschaftsministerium in Hannover die Bewertung einer Vielzahl von Unterlagen. Dazu zählen Prüfungsbescheinigungen, aber auch Lehrpläne, Stundentafeln oder Ähnliches in amtlich beglaubigter Übersetzung. Dadurch dauere die Prüfung häufig sehr lange und bedeute einen großen Arbeitsaufwand für die Berufszulassungsstellen wie der Tierärztekammer Niedersachsens. In den nächsten zehn Jahren müssen in tierärztlichen Praxen 3.000 Stellen nachbesetzt werden. (LPD 16/2025)

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