Traum und Wirklichkeit von Agri-Photovoltaik

Aktuell wetteifern die Projektierer aggressiv mit teilweise unseriösen Pacht- oder gar Kaufangeboten um Ackerflächen Foto: iStock

Rechtliche und bauliche Hürden erschweren Ausbau von Solarstromerzeugung

L P D – Durch das vermehrte Errichten von Freiflächen-Photovoltaikanlagen (PV) droht eine Flächenkonkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung. Agri-PV lautet das Zauberwort und dahinter steckt der Gedanke, ob durch den Bau sogenannter Agri-Photovoltaikanlagen diese Flächenkonkurrenz entschärft werden kann „So einfach, wie sich das Otto Normalverbraucher aber auch einige Politiker vorstellen, ist Agri-PV nicht. Die Erzeugung von Solarstrom auf landwirtschaftlichen Flächen in Kombination mit Photovoltaik-Freiflächenanlagen bringt nicht nur Vorteile“, erklärt Jochen Oestmann, Vorsitzender des Ausschuss Erneuerbare Energien im Landvolk Niedersachsen. Der Kreislandwirt lädt daher gemeinsam mit dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, zum Online-Symposium Agri-PV am 4. November ein. Landwirtschaftskammer und das Landvolk Niedersachsen wollen kritisch hinterfragen und mit Antworten zur Klärung beitragen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Die Hauptfrage, die sich beim Stichwort Agri-PV aufdrängt, lautet: Hält Agri-PV das, was es verspricht? Nämlich eine echte Doppelnutzung mit landwirtschaftlicher Erzeugung und gleichzeitiger Produktion von Strom auf ein- und derselben Fläche? Und kann mit Agri-PV durch Doppelnutzung im Vergleich zu reiner Agrarnutzung oder reiner Photovoltaiknutzung gar ein höherer Gewinn erzielt werden? Auch im Hinblick auf die aktuelle Energiekrise stellt sich Landwirten die Frage, ob Agri-PV die Landnutzungseffizienz in Synergie mit Photovoltaik erhöhen kann. Wenn ja, welche Konzepte gibt es und in welcher Kombination sind sie wirtschaftlich sinnvoll? „Und zuguterletzt dürfen die rechtlichen Hürden und Grenzen aus planerischer und wirtschaftlicher Sicht nicht außer Acht gelassen werden“, fügt Harald Wedemeyer, Rechtsanwalt beim Landvolk Niedersachsen und Experte im Rechtsbereich Erneuerbare Energien hinzu. Er wird dazu am Ende der Veranstaltung referieren.

Diese Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, an landwirtschaftliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie an Vertreterinnen und Vertreter im kommunalpolitischen Bereich gleichermaßen. Sie beginnt am 4. November um 9.30 Uhr und endet gegen 13 Uhr. Die Teilnahme an diesem Webseminar ist kostenfrei. Eine Anmeldung sowie eine eigene E-Mail-Adresse sind nötig. Weitere Infos unter https://landvolk.net/termine/symposium-agri-pv/. (LPD 80/2022)

Ansprechpartnerin für diesen Artikel

Silke Breustedt-Muschalla

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