Trockenheit wird zum Problem für Freiland-Spargel

Die anhaltende Trockenheit bereitet vielen Spargel-Anbauern einige Sorgen Foto: Vereinigung der Spargel- Beerenanbauer Niedersachsen

Saison-Vorbereitungen laufen insgesamt besser als im Vorjahr – Preise stabil

L P D – Während vielerorts die Direktvermarkter in ihren Hofläden, auf Märkten und in den extra aufgestellten „Bretterbuden“ schon seit rund zwei Wochen das Edelgemüse anbieten, startet heute offiziell die Spargel-Saison in Nordwestdeutschland. „Unsere frühen Sorten, die wir unter Mini-Tunneln ziehen, stehen gut da“, berichtet Heiko Stolle aus Klein-Bümmerstede im Landkreis Oldenburg. Mit dem Auftakt der Ernte sei er „durchaus zufrieden“, wobei der Betriebsleiter des „Hof Stolle“ ein deutlich zurückhaltendes Verbraucherverhalten beobachtet: „Der große Boom aus der Corona-Zeit ist leider vorbei. Trotzdem können wir den Spargel bislang zu stabilen Preisen anbieten, ähnlich wie im Vorjahr.“

Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg und Uelzen sowie das Osnabrücker Land. Das „königliche Gemüse“ war lange die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau, musste den „Spitzenreiterplatz“ aber derweil an Zwiebeln und Zwiebelgewächse abgeben.

Die Vorbereitung der Flächen für die Spargelsaison beginnt bereits im Vorjahr: Im Herbst ziehen Anbaubetriebe die Dämme, legen Folien und stecken Stäbe für die spätere Tunnelfolie als zweite Abdeckung. Hintergrund ist nicht ausschließlich ein früher Erntebeginn des Gemüses, sondern auch die bessere Befahrbarkeit der einzelnen Schläge. „Während diese Vorbereitungen im regenreichen Herbst 2023 vielerorts gar nicht möglich waren, liefen die Vorarbeiten für die Spargelsaison2025 zumeist reibungslos“, berichtet Thorsten Flick von der Vereinigung der Spargel- Beerenanbauer Niedersachsen.

Die anhaltende Trockenheit bereitet vielen Spargel-Anbauern einige Sorgen. „Wir müssen auf dem Freiland schon leicht beregnen“, erzählt Heiko Stolle. Andernfalls würden die Dämme zu „mullig“ werden, sagt er, also zu staubig und zu bröckelig, was sich auf die Qualität des Spargels und schließlich auch auf den Erntevorgang nachteilig auswirken würde. „Bei den frühen Sorten war das bisher kein Problem, weil die Wurzeln tief genug gewachsen sind und sich ausreichend Wasser ziehen können“, ergänzt der Landwirt.

Mit 20,3 Prozent lag 2024 in Niedersachsen der größte Anteil der deutschen Anbaufläche für Spargel (bundesweit rund 20.000 ha). 223 Betriebe bauten 2024 in Niedersachsen den „Asparagus officinalis“ an. 23 Betriebe produzierten Spargel durch ökologischen Anbau. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2023) ist die Erntemenge in ganz Deutschland beim Spargel im vergangenen Jahr um rund drei Prozent auf 108.000 Tonnen zurückgegangen. Die größte Ernte wurde dabei in Nieder-sachsen gestochen. Im Jahr 2018 war die Ernte mit 133.000 Tonnen noch 23 Prozent höher ausgefallen, so die bundesweite Statistik. (LPD 29/2025)

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