„Unsere Schweine verlassen den Landkreis nicht!“

Hannes Sauhof Foto: Landvolk Niedersachsen

Niedersachsens Bauern machen weiter – wie Mast- und Schlachtbetrieb Saudhof

L P D – „Unsere Mettwurst und unser Mainzholzener Knüppel sind die Renner neben all den anderen Wurstsorten. Wir verarbeiten das ganze Schwein, also auch die Edelstücke, in unserer Wurst und lassen unsere 200 Schweine auf Stroh schwerer werden als üblich“, erklärt Birgit Saudhof das Geheimnis ihrer Würste und den Erfolg ihres kleinen Bauernladens.

Dahinter verbirgt sich eine der modernsten Schlachtereien Südniedersachsens. Nachdem Sohn Hannes als landwirtschaftlicher Betriebswirt und Meister im Fleischerhandwerk vor zwei Jahren verantwortlich im elterlichen Betrieb einstieg, stand für Familie Saudhof fest: „Unsere Schweine verlassen den Landkreis nicht – alles nah am Ort, das ist unser Konzept. Deshalb haben wir 2019 den Schritt zum Neubau der Wurstproduktion mit modernstem Baumaterial gewagt. Wir machen weiter, um zukünftig Schweinemast, Ackerbau und Wurstproduktion im Landkreis Holzminden betreiben zu können“, erklärt Hannes Saudhof.

Seit 1996 lädt „Birgit’s Bauernladen“ direkt an der B 64 in Mainzholzen Vorbeifahrende und Kenner der guten Mettwurst zum Einkauf ein. Die Kunden aus einem Umkreis von 80 km schätzen – neben weiteren Produkten persönlich bekannter Erzeuger wie Eier, Kartoffeln, Nudeln, Spargel oder Wein – die hochqualitativen Fleisch- und Wurstwaren des Bauernladens. „Zudem beliefern wir befreundete Verkäufer und verschicken unsere Wurst deutschlandweit, aber auch nach Österreich und in die Schweiz“, berichtet Birgit Saudhof.

Den Standort-Nachteil direkt an der B 64 hat Familie Saudhof zum Vorteil gedreht – alles kompakt an einem Ort! Der ursprüngliche Hof dient nicht nur als Laden, sondern hat auch Kühl-, Reife- und Räucherräume. Hier hängen die Würste vier bis sechs Wochen und erhalten den besonderen Geschmack. Im Jahr 2000 wurde gegenüber der B 64 ein neuer, moderner Außenklima-Kaltstall gebaut. Hier werden die Schweine auf Stroh bis zu einem Gewicht von drei bis vier Zentner oder 150 bis 200 Kilogramm mit Getreide aus eigenem, pfluglosem Anbau ein Jahr gemästet. „Das war früher für ein Schwein ein ganz normales Gewicht, heute gehen sie mit 100 Kilo zum Schlachthof“, erklärt Birgit Saudhof, die bei der Landwirtschaftskammer als Wirtschaftsberaterin tätig war. Mit sieben Kilogramm kommen die Ferkel vom zehn Kilometer entfernten Erzeuger zu Saudhofs. Schwere Schweine bürgen für eine bessere Wurstqualität, freitags gehen zehn von ihnen zum 25 km entfernten Genossenschaftsschlachthof Holzminden. Erst am Samstag werden sie geschlachtet, Sonntag hängen sie als Häften in Mainzholzen in der Kühlung. Ab Montag stellen die Fleischergesellen Bernd Weper und Andreas Kraft fachmännisch unter modernsten Hygienestandards nach alten Rezepten Würste, Dosenwurst und in der Saison Grillsteaks in gläserner Produktion her. „Die Kunden wollen wissen, woher die Ware kommt, wie sie produziert wird. Wir machen es so, wie schon früher Wurst gemacht wurde – traditionell und bäuerlich“, sagt der 27-jährige Fleischermeister. Er sieht dank der Investition für die Wurstproduktion in Höhe von 600.000 Euro und ganz viel Eigenleistung den Bauernladen für die Zukunft gut aufgestellt. (LPD 39/2020)

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