Versorgungssicherheit als Thema für Schulen in Arbeit

Dr. Hannah Lathan bei der Vorstellung des Projekts. Foto: Landvolk Niedersachsen

Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben stellt regionalen Bezug her

L P D – Ertragsminderungen und Erosion sind wesentliche Folgen des Klimawandels, von denen insbesondere die Landwirtschaft betroffen ist. Unter dem Namen „Planetary Health in der regionalen Bildung“ haben die Unis Vechta und Bremen, die Lehrkräfte aus- und weiterbilden, ein Projekt entwickelt, das den Klimawandel mit regionalem und konkret landwirtschaftlichem Bezug in die Schulen bringen will. Dr. Hannah Lathan, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Vechta, Abteilung Lernen in ländlichen Räumen, hat das Projekt vor kurzem bei der „Bundestagung Lernort Bauernhof“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof in Bielefeld vorgestellt.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist der Klimawandel die größte Gesundheitsbedrohung der Menschheit. Daher wollen die Hochschulen vier Module erarbeiten zu den Themen Versorgungssicherheit, Hitzewellen, Hochwasserereignisse und invasive Arten. Die Module stehen unter dem Leitthema „Planetary Health in der regionalen Bildung“ und finden sich in den Lehrplänen vieler Unterrichtsfächer – insbesondere Erdkunde und Biologie – wieder. „Ziel des Projekts ist, die Schülerinnen und Schüler von der fünften bis 13. Klasse der allgemeinbildenden Schulen zu befähigen, die Folgen des Klimawandels für ihre eigene und die globale Gesundheit zu erkennen“, erläutert Lathan. „Die Jugendlichen sollen Handlungsmöglichkeiten entwickeln und erproben, wie ihre Umgebung vor Ort nachhaltiger und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel gestaltet werden könnte.“

Im Modul „Versorgungssicherheit“ sollen die Schüler mit landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort zusammenarbeiten: Auf dem Plan stehen Versuche zum Bodenschutz, das Nachstellen von Extremwetter-Ereignissen und deren Auswirkungen. Auch für das Nachbereiten ist die Zusammenarbeit mit den Landwirten vorgesehen. „Das Konzept des Regionalen Lernens ist sehr etabliert, und die landwirtschaftlichen Betriebe für das neue Projekt stehen schon bereit“, freut sich Lathan. Christine Kolle, Bildungsreferentin des Landvolks Niedersachsen, ergänzt: „Wir begrüßen es sehr, dass die Uni Vechta bei diesem Projekt den regionalen Bezug erneut durch die Zusammenarbeit mit Bauernhöfen vor Ort herstellt.“ Projekte wie diese werden von den Schulen auf freiwilliger Basis und durch das Engagement der Lehrkräfte umgesetzt. Im Landkreis Vechta engagieren sich unter anderem die Universität und der Kreislandvolkverband Vechta in zwei regionalen Bildungsträgern, die als Anbieter des Projekts gegenüber den dortigen Schulen in Frage kommen. „Wir freuen uns, wenn andere Bildungsträger in Niedersachsen das Projekt ebenfalls aufgreifen und mit Schulen vor Ort umsetzen“, sagt Kolle. (LPD 29/2023)

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