Waldbrandgefahr ist trotz Regenschauern noch hoch

Foto: Pressestelle der Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt

Waldbesitzer forsten Mischwälder auf – Fahrlässigkeit Hauptgrund für Waldbrände

L P D – Angefangen hat es am 18. Januar 2018, als das Sturmtief Friederike über Niedersachsen fegte und massenweise Bäume entwurzelte. Die darauffolgende Trockenheit brachte ideale Voraussetzungen für die Vermehrung der Borkenkäfer. Der nun dritte trockene Sommer in Folge hat diese Entwicklung massiv gefördert. Deshalb ist weiterhin eine regelmäßige Kontrolle der Waldbestände erforderlich und es muss schnell gehandelt werden, wenn ein Borkenkäferbefall gefunden wird, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Der Einschlag und die Abfuhr der Stämme für die Brut müssten zum Schutz des Waldes sofort erfolgen. „Langanhaltender Regen und kühle Temperaturen können uns helfen“, sagt Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. Dann würden die Bäume wieder mehr Harz zur Abwehr gegen den Borkenkäfer produzieren und auch der Käferflug sei eingeschränkt. Die natürlichen Feinde von Borkenkäfern wie Spechte, Schlupfwespen und Pilze können eine Massenvermehrung der Borkenkäfer jedoch nicht verhindern.

„Den Bäumen hilft es, wenn der Boden wirklich mal metertief durchfeuchtet ist“, sagt Leben. Und das am besten über zwei bis drei Jahre. Das würde auch die immer noch bestehende Waldbrandgefahr mindern. Im Moment stünden die durch Dürre, Stürme und Schädlinge gebeutelten Wälder durch kleinste Auslöser in Brand. Leben appelliert deshalb an die ansonsten willkommenen Spaziergänger in den Wäldern, sich an die Regeln zu halten. Verbunden mit der Trockenheit sei die Fahrlässigkeit der Waldbesucher die Hauptursache für Waldbrände mit dramatischen Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt

In Niedersachsen ist das Anzünden von Feuer und das Rauchen in Wald, Moor und Heide gesetzlich verboten. Eine große Waldbrandgefahr gehe zudem von liegengelassenen Flaschen und Glasscherben sowie von achtlos entlang der Straßen aus dem Fenster geworfenen Zigarettenkippen aus. „Um den Weg für Einsatzfahrzeuge freizuhalten sollten Waldbesucher ihre Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen“, empfiehlt Leben. Besonders sei darauf zu achten, die Fahrzeuge nicht über trockenem Bodenbewuchs zu parken. Werde einWaldbrand bemerkt, müsse umgehend die Feuerwehr gerufen werden. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als elf Millionen Hektar Wald. Das Bundeslandwirtschaftsministerium rechnet in Niedersachsen mit 26.282 Hektar, die wieder aufgeforstet werden müssen. „Die Fichte wird auf etlichen Standorten zukünftig eine untergeordnete Rolle spielen“, sagt Leben. Der Klimawandel setze ihr ebenso wie der Buche stark zu. Die Waldbesitzer in Niedersachsen pflanzen in Zukunft weiter Mischwälder, unter anderem mit Eichen, Douglasien, Kiefern und Küstentannen. (LPD 65/2020)

Weitere Beiträge

Landwirt mit Handy

Landvolk: Weg vom Denken „Kontrolle – Sanktion – Widerspruch“

L P D – Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 gehört die FANi-App (Fotos Agrarförderung Niedersachsen) für viele Betriebe zum Förderalltag. „Niedersachsens Landwirte sind als Antragsteller inzwischen aktiv…

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay

Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors…

Schafe auf der Weide

Herdenschutz, Weidezaunbau und Wolfsmanagement

L P D – Welche Möglichkeiten haben Weidetierhalter, ihre Schafe, Rinder und Pferde vor Angriffen von Wölfen zu bewahren? Diese Frage steht ihm Mittelpunkt des 2. Echemer Zauntags, der am…

Milchkühe

Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im…

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…