„Wir brauchen praxistaugliche Lösungen“

Jürgen Langreder (mitte) Foto: Landvolk Niedersachsen

Sauenhaltung bleibt Reizthema – Gremienmitglieder besichtigten neues Deckzentrum

L P D – Schweinehaltung, Tierschutz, Nutztier-Strategie, Marktlage: Im neu gebauten Deckzentrum im Stall von Jürgen Langreder in der Nähe von Neustadt am Rübenberge informierten sich die Mitglieder des Veredelungsausschusses im Landvolk Niedersachsens und die Mitglieder des Arbeitskreises Sauenhaltung darüber, was die Halter bei der Umsetzung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV) künftig beachten müssen. Er erläuterte die finanziellen Auswirkungen und die Herausforderungen für das Stall-Management, um zum Beispiel Verletzungen bei Tieren zu vermeiden. Seine Erfahrungen bringt Langreder als Praktiker nun in die Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz des Bundeslandwirtschaftsministeriums ein und hofft, dass dies im Austausch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zukünftig zu praktikableren Regelungen führen wird. „Der Anpassungsdruck für Sauenhalter und Mäster war noch nie so groß“, bekräftigte der Vorsitzende des Arbeitskreises Sauenhaltung Enno Garbade gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. „Wir brauchen nun endlich praxistaugliche Lösungen!“

Bereits 2018 hat das Landvolk Niedersachsen im Zusammenhang mit der Diskussion über das Ende der betäubungslose Ferkelkastration gefordert, dass im QS-System zukünftig nur noch dafür explizit in Deutschland zugelassene Verfahren anerkannt werden sollen. „Als Landvolk setzen wir uns weiter intensiv für Wettbewerbsgleichheit ein. Deshalb sind für uns ungleiche Standards im QS-System beispielsweise bei Importferkeln absolut indiskutabel“, betonte Hubertus Berges, Vorsitzender des Veredlungsausschusses. „Dadurch würde es zu massiven Wettbewerbsverzerrungen zulasten der deutschen Sauenhalter kommen.“

Dr. Albert Holtmann–Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bekräftigte in seinem Marktbericht, dass die globale Nachfrage nach Schweinefleisch, insbesondere in China, hoch bleibt. Hoffnungsmärkte befinden sich im asiatischen Raum, insbesondere in Japan, Korea und auf den Philippinen. Negativ sei zu vermerken, dass es in Dänemark und den Niederlanden steigende Sauenbestände gibt und der Bestand in Deutschland abnimmt. Durch die Subventionen in den USA haben diese eine Rekordproduktion vorgelegt, was sich durch den Wettbewerb auf den Exportmärkten auch auf den Preis hierzulande auswirkt. Die Corona Pandemie erhöht zudem die Kosten auf allen Produktionsstufen. Auch die Kosten für Tierschutz und Tierwohl beeinflussen die Bilanzen der landwirtschaftlichen Betriebe. Hinzu kommt eine schwache Binnennachfrage nach Schweinefleisch. (LPD 65/2020)

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