Wir lassen das Gras wachsen, damit wir melken können

Milchviehhalter Wiljan Meilink

Niedersachsens Bauern machen weiter, wie Milchviehhalter Wiljan Meilink

L P D – Butter, Käse, Joghurt – Niedersachsens Milchviehhalter liefern den Rohstoff für viele leckere Produkte. Einer von knapp 9.000 Milchbauernhöfen ist der von Familie Scholten-Meilink. „Wir sind mit Leib und Seele Landwirte“, bekennen Gisela und Wiljan auf ihrer Homepage. Und zurzeit freuen sie sich, dass sie weiterarbeiten können, damit es auch weiter viele gute Milchprodukte gibt. Wiljan Meilink ist zurzeit auf Wiesen und Feldern aktiv. „Mein Mann sät Grünland nach, er hat auf dem Maisacker schon Gülle ausgebracht und gepflügt, damit wir dort bald wieder Mais legen oder aussäen können“, schildert Gisela Scholten-Meilink. Sie freut sich, wenn jetzt wieder alles wächst, die Wiesen grün werden und damit auch die Futtersilos wieder aufgefüllt werden. „Wir lassen das Gras wachsen, damit unsere Kühe satt werden und wir sie melken können“, fügt sie schmunzelnd an. Im vergangenen Jahr mussten die Landwirte aus Hoogstede in der Grafschaft Bentheim wie viele andere Milchviehhalter auch teuer Grundfutter für die Kühe zukaufen. „Das kann man sich nicht so oft leisten“, sagt Gisela Scholten-Meilink. 220 Milchkühe stehen in dem 2001 neu gebauten Boxenlaufstall. Wiljan Meilink als überzeugter Milchviehhalter hat nach der Heirat diesen Betriebszweig auf dem Hof Scholten neu eingeführt. Die Hofstelle der Scholtens lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, zu dem Vollerwerbsbetrieb gehörten ursprünglich hauptsächlich Schweine, dann kamen Ackerbau und ein Lohnunternehmen hinzu. Die lange Tradition belegt, dass für Familie Scholten-Meilink „weiter machen“ zur Lebensphilosophie gehört. Dass die Familie ihren Hof mit großem Engagement und Vorbildfunktion organisiert, dafür steht auch die Tatsache, dass sie als einziger Milchviehhalter von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen schon zweimal mit dem Titel „Bester Milcherzeuger Niedersachsens“ ausgezeichnet wurde. 2005 und 2018 durften die Grafschafter Bauernfamilie jeweils die Goldene Olga als Auszeichnung mit auf ihren Hof nach Hoogstede nehmen.

Gisela Scholten-Meilink bedauert nur, dass sie ihre mit viel Herzblut organisierten Veranstaltungen wegen der Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Epidemie zurzeit nicht durchführen darf. Sie bietet Kindergeburtstage oder Abschlussfeiern für Kindergärten, Schulen und andere Gruppen an. „Da hatte ich die Anmeldeliste voll und musste leider alles absagen“, bedauert die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin. Mit ihren vier eigenen Kindern lebt die Familie nun nahezu ohne soziale Kontakte, die Kinder helfen nach ihrem Schulpensum über Video oder Skype auf dem Feld und im Stall mit, alle zusammen genießen auch das gemeinsame Familienleben. Und dann freuen sie sich wieder darauf, ihren Gästen zu erklären, wie es heute auf einem modernen Milchviehbetrieb zugeht und warum sie aus Überzeugung als Bauern „weiter machen“. (LPD 29/2020)

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