Wolf: Es muss jetzt gehandelt und nicht geredet werden

Landvolk-Vizepräsident sowie Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement, Jörn Ehlers (li.), Gina Strampe (GF Landesverband für landw. Wildhaltung Niedersachsen, 2.v.li.) sowie Helmut Habermann (Pferdeland Niedersachsen) trafen sich in Brüssel mit MdEP Simone Schmidtbauer (Österreich, Mitte) und MdEP Lena Düpont (re.) zu Gesprächen zum Wolf Foto: Landvolk

Landvolk und Weidetierhalter sehen nach Rissen Politik am Zug / Mahnfeuer

L P D – „Vor einigen Wochen waren es 55 Schafe im Landkreis Stade, am vergangenen Wochenende über 20 Schafe direkt am Wohngebiet im Kreis Harburg und ein paar Tage später wurden im Stader Stadtgebiet sogar zwei Rinder vom Wolf gerissen. In dieser Region herrscht akuter Handlungsbedarf und hier ist sofortiges Handeln erforderlich, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen“, fordern Jörn Ehlers und Gina Strampe vom Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement die Politik zum Abschuss der Wölfe dort auf. Das sei nicht nur für die Weidetiere überlebensnotwendig, sondern auch ein Zeichen für die Bevölkerung, die durch diese schlimmen Übergriffe zunehmend beunruhigt ist, erklären die beiden Sprecher gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Ehlers und Strampe waren mit weiteren Bündnispartnern erneut in Brüssel, um die EU-Politiker über die massiven Wolfsübergriffe zu informieren und Handlungsbedarf einzufordern. „Herdenschutz ist gut und wichtig, aber wolfssicher einzuzäunen ist in einem Flächen- und Tourismusland wie Niedersachsen nicht überall umsetzbar“, erklärt Strampe. Herdenschutz und Abschüsse auffälliger Wölfe müssen selbstverständlich werden – sonst gehe die Akzeptanz in der ländlichen Bevölkerung verloren.

„Die Bevölkerung rund um Döhle im Kreis Harburg und auch im Landkreis Stade hat Angst. Die Wölfe sind nicht mehr scheu, meiden den Menschen nicht mehr, laufen durch die Dörfer und sind auf Weidetiere konditioniert. Wir brauchen wolfsfreie Gebiete. Wo der Mensch lebt oder viel Tourismus herrscht, hat der Wolf nichts verloren. Das haben wir auch vor Ort in Brüssel deutlich gemacht“, zeigt Ehlers auf. Ihn ärgern die Lippenbekenntnisse von Niedersachsens Umweltminister Meyer, der zwar leichtere Abschüsse fordere, sich aber hinter Berlin und Brüssel verstecke.

Niedersachsen liefere mit dem Wolfsmonitoring seit Jahren eine hochwertige Datengrundlage zur Wolfspopulation. „Auf der Internetseite des Wolfmonitorings kann jeder die Zahlen zu Wolfsvorkommen und Rissen verfolgen. Wir brauchen keine weiteren Erfassungssysteme, die Faktenlage ist eindeutig: Wir haben in Niedersachsen in 53 Territorien 50 Rudel, drei Paare und einen residenten Einzelwolf. Es sind zu viele Wölfe. Ein Miteinander geht nur mit einem aktiven Wolfsmanagement“, sieht Ehlers die Politik in der Pflicht. Am Freitag, 22. September, findet um 13.55 Uhr eine Anhörung im Bundestag zum CDU/CSU-Fraktionsantrag „Menschen und Weidetiere schützen – Raubtiere bejagen“ statt. Am 29. September werden Weidetierhalter um 19 Uhr europaweit Mahnfeuer gegen die uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfes und für den Schutz der Weidetierhaltung entzünden. Infos unter www.wir-lieben-schafe.com. (LPD 72/2023)

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