Agrar-Influencer stehen im Rampenlicht

Agrarblogger Bernhard Barkmann, Gesa Ramme, Amos Venema v.l. Foto: Landvolk

Gesa Ramme, Bernhard Barkmann und Amos Venema prägen das bäuerliche Bild

L P D – Drei Niedersachsen waren für den ersten „AgrarInfluencerAward“ der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) nominiert, einer hat sogar den Schritt auf das Siegertreppchen geschafft. Amos Venema – ein Ostfriese, der seinen Beruf liebt und jede Gelegenheit nutzt, um Laien die Landwirtschaft und alles, was dazugehört, näher zu bringen, ist nun „Best Blogger 2022“. Dafür hat Venema immer seine Kamera zur Hand – ganz nebenbei werden Kühe, Gänse, Regenbögen oder andere ostfriesische Spezialitäten für die Videos des Kanals „My KuhTube“ (https://www.youtube.com/watch?v=sJAJTX6Mld0) der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen eingefangen, vor dessen Hintergrund er aktuelle Themen beleuchtet.

Darüber hinaus ist er auf Facebook, Instagram und Tiktok aktiv. „Das ist alles nur möglich, weil wir auf dem Hof, in der Familie und bei MyKuhTube im Team zusammenarbeiten“, hebt er hervor. Dadurch ist es für ihn möglich, Einladungen von Radio, Fernsehen und Printmedien für Reportagen und Berichte anzunehmen. „Ich liebe das Gesamtkonzept Milchbauer“, beschreibt der Agraringenieur seinen Beruf. Er wünscht sich von seinen Zuschauern, dass sie den Landwirten mit Offenheit begegnen und sich die Zeit nehmen, sie zu verstehen. Denn Wertschätzung beginne mit Verständnis. „Miteinander zu reden, ist besser als übereinander zu reden“, ruft er zum Dialog auf.

In diese Kerbe schlägt auch Bernhard Barkmann, der ebenfalls in der Kategorie „Bester Blogger“ nominiert war. Neben seiner Seite „BlogAgrar“ (www.blogagrar.de) tummelt er sich vor allem auf Twitter, um Diskussionen mit Wissenschaftlern, Politikern und Journalisten innerhalb und vor allem außerhalb der landwirtschaftlichen Blase zu führen. „Ich muss feststellen, dass – wenn es um landwirtschaftliche Themen geht – oft völlig verzerrte und ideologisch verblendete Beiträge und Kommentare zu lesen sind. Deshalb möchte ich versuchen, die Sichtweise eines aktiven Landwirts im Netz zu verbreiten“, schildert er seine Motivation.

Der 50-jährige Landwirt lebt und arbeitet mit seiner Ehefrau, drei Kindern und seinen Eltern auf einem Hof mit Ackerbau und Tierhaltung. „Ich bezeichne mich selbst gerne als ‚Kleinbauer und Massentierhalter‘ aus dem Emsland“, beschreibt Barkmann sein Selbstverständnis. Die Kälberaufzucht sowie die Bullen- und Schweinemast in seinen Ställen sind regelmäßig Thema der Social Media-Videos und Beiträge auf dem Blog.

Als „Best Influencer“ stand Gesa Ramme aus der Südheide auf der Shortlist des AgrarInfluencerAwards. Sie zeigt in humorvollen bis nachdenklichen Videos und Texten ihr Leben und Arbeiten auf dem Hof. Als Direktvermarkterin begleiten ihre Zuschauer die Landwirtin mit auf den Markt, wo sie die Eier ihrer Legehennen verkauft, auf die Weide zu den neugeborenen Kälbern und auf den Trecker. An ihrem elterlichen Bauernhof mit etwa 200 Hektar Acker, Wald und Wiese lässt sich die Entwicklung in der Landwirtschaft gut ablesen: Im ehemaligen Kuhstall laufen nun knapp 3.000 Legehennen in Bodenhaltung, aus den 180 Mastbullen ist mittlerweile eine Herde Mutterkühe geworden, deren Fleisch direkt vermarktet werden soll. „Das ist unser Weg zu einer verantwortungsvolleren und artgerechteren Fleischerzeugung“, sagt Ramme.

Ihre klare, aber ausgewogene Stellung zu agrar- und gesellschaftspolitischen Themen, gegen Rassismus und zur Rolle der Frauen in der Landwirtschaft sticht zwischen den vielen schönen Bildern bei Instagram (https://www.instagram.com/gesaramme/?hl=de) heraus. „Im Gespräch mit meinen Kunden habe ich festgestellt, dass viele falsche Informationen in den Köpfen herumschwirren“, erläutert sie ihre Beweggründe für die Arbeit in den sozialen Medien. In ihren täglichen Instagram-Storys zeigt sie ihr tägliches Leben und nimmt ihre Follower überall dorthin mit, wo sie auch hingeht. (LPD 88/2022)

Ansprechpartnerin für diesen Artikel

Wiebke Molsen

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