ASP: Appell an Solidarität unter Handelspartnern

„Die Seuchenbekämpfung muss oberste Priorität haben“, sagt Jörn Ehlers. Foto: Landvolk Niedersachsen
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Niedersachsens Schweinehalter in großer Sorge wegen fortschreitender Ausbreitung

L P D – Keine Entwarnung: die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter aus und ist nun erstmals auch in drei Hausschweinebeständen in Brandenburg nachgewiesen worden. Niedersachsens Schweinehalter sind auf der Hut und zugleich in großer Sorge. Sie appellieren an die Solidarität unter den Haltern und Handelspartnern, damit es nicht erneut zu einem Preisverfall kommt, der die Existenzen – insbesondere der Sauenhalter – gefährdet. Zudem unterstützt das Landvolk Niedersachsen die niedersächsische Erlasslage, wonach Freilandhaltungen im gefährdeten Gebiet aufzustallen sind. „Die Seuchenbekämpfung muss oberste Priorität für alle Formen der Schweinehaltung haben. Wir müssen alles tun, um unsere Bestände vor einem Eintrag der Seuche zu schützen“, warnt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers eindringlich.

Bisher grassiert die ASP in Sachsen und Brandenburg. Im Hausschweinebereich sind nunmehr zwei Kleinsthaltungen in Letschin nördlich von Frankfurt (Oder) an der Grenze zu Polen betroffen; ein dritter Betrieb ist ein Biohof mit 200 Tieren in Neiße-Malxetal südöstlich von Cottbus.

Bislang bleibt die Möglichkeit des Handels innerhalb der EU mit Schweinen und Schweinefleisch unberührt, da die betroffenen Hausschweinebestände in einer eingegrenzten Region liegen. Der Export von Schweinefleisch bleibt möglich, wenn das Gebiet wie in Niedersachsen frei von ASP ist. Zur Klärung der Lage wollen die EU-Agrarminister bei einem Treffen am (heutigen) Montag auch über die Afrikanische Schweinepest sprechen, heißt es.

Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers hofft ebenso wie Marktexperte Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dass den Betrieben keine Handelsrestriktionen drohen. „Wir waren in den letzten Monaten genug gebeutelt und müssen nun alles dafür tun, um weitere Nachteile und Einbußen zu verhindern“, sagt Ehlers.

Nach dem Eintrag der Tierseuche bei Wildschweinen in Brandenburg und Sachsen im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Staaten außerhalb der EU die Schweinefleisch-Einfuhren aus Deutschland gestoppt. Mit Ländern wie Vietnam, Singapur und Kanada konnte aber eine Regionalisierung – also der Export aus seuchenfreien Gebieten – erreicht werden. Mit weiteren Ländern laufen entsprechende Verhandlungen. Wie sich der Schlachtpreis für Schweine nun weiterentwickelt, können auch Experten noch nicht absehen. Er lag zuletzt bei 1,42 Euro je Kilogramm.

Ehlers begrüßt die präventiven Bemühungen der niedersächsischen Landesregierung bezüglich der ASP: „Gut, dass der Vertrag mit der AN Vorsorge GmbH als künftige Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft unter Dach und Fach ist. Das gibt auch uns Haltern Sicherheit.“ (LPD 54/2021)

Pressesprecherin

Sonja Markgraf

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