Wie schutzbedürftig ist der Wolf?

Moderatorin Wibke Langehenke spricht mit dem niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer sowie Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement. Im Mittelpunkt stehen politische Lösungsansätze und praktische Herausforderungen Foto: Landvolk

Neue Landvolk-Podcast-Folge: „Ein bisschen“ Fortschritt reicht nicht für den Schutz der Weidetierhaltung

Hinweis: Die Folge wurde aufgezeichnet, bevor der Bundestag die Änderung des Bundesjagdgesetzes beschlossen hat.

L P D – Wie lässt sich der Schutz des Wolfs mit den Interessen der Nutztierhalter vereinbaren – und wie schnell kann Politik darauf reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Podcast-Folge des Landvolks Niedersachsen. Moderatorin Wibke Langehenke spricht dazu mit dem niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer sowie Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement. Im Mittelpunkt stehen politische Lösungsansätze und praktische Herausforderungen.

Niedersachsen gilt inzwischen als Wolfs-Schwerpunktland mit rund 60 Rudeln und den meisten Nutztierschäden bundesweit. Meyer verweist darauf, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfs aus wissenschaftlicher Sicht erreicht sei. „Der Wolf wird nicht wieder ausgerottet, aber wir müssen handeln, wo er Schäden verursacht“, macht der Minister deutlich. Gleichzeitig erkennt er die Rolle der Tierhalter: „Die Nutztierhalter sind die Opfer von Wolfsangriffen – nicht die Täter.“

Ein zentraler Streitpunkt bleibt der Umgang mit der überproportional ansteigenden Wolfszahl. Ehlers fordert deutlich mehr als bisherige Maßnahmen: „Ein bisschen weiterkommen reicht nicht.“ Man sei „längst über den Punkt hinaus, an dem nur Einzeltierentnahmen ausreichen“. Stattdessen brauche es Instrumente für eine echte Bestandsregulierung der Wölfe.

Meyer skizziert, wie ein zukünftiges Management aussehen könnte. Neben erleichterten Entnahmen nach Rissereignissen soll es auch regionale Maßnahmen geben. „Es geht nicht um wahlloses Töten, sondern um den Schutz der Nutztierhaltung“, betont er. Entscheidend sei dabei, gezielt in den Regionen einzugreifen, in denen besonders viele Nutztierrisse auftreten oder der Schutz wasserwirtschaftlicher Anlagen wie Deiche durch das verstärkte Reißen von Schafen gefährdet wird. Die Regionen könnten sich jährlich je nach Schadenslage ändern.

Auch beim Herdenschutz sehen beide Seiten Grenzen. Trotz hoher Investitionen in Niedersachsen bleibt der Schutz aufwendig und nicht immer ausreichend. Der Umweltminister setzt hier auf eine Kombination aus Förderung und Eingriffsmöglichkeiten: „Wir brauchen unbürokratischeren Herdenschutz – und dort, wo Schäden entstehen, muss Politik auch handeln können.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Geschwindigkeit politischer Prozesse. Ehlers kritisiert: „Wir haben schon zu viel Zeit verloren.“ Viele Entwicklungen seien vorhersehbar gewesen, die Politik habe jedoch oft zu spät reagiert. Die Reaktion von Umweltminister Meyer sowie die Diskussionen um die Finanzierung des Herdenschutzes und unterschiedliche Auffassungen von Managementplänen in Niedersachsen hören Sie in der aktuellen Folge auf Spotify. (LPD 27/2026)

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