Zehn Jahre Stimme für die Weidetierhalter

Aktionsbündnis Wolf
Gegründet wurde das Aktionsbündnis, um den Sorgen von Weidetierhaltern, Schäfern, Jägern, Pferdehaltern und ländlichen Regionen eine gemeinsame Stimme zu geben. Foto: Landvolk

Aktionsbündnis blickt zum Jubiläum auf Erfolge und neue Herausforderungen

L P D – Zehn Jahre nach seiner Gründung zieht das Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement eine klare Bilanz: Niedersachsen nimmt beim Umgang mit dem Wolf bundesweit in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein – dennoch bleibt weiterhin großer Handlungsbedarf. „Ohne die Geschlossenheit und den jahrelangen Einsatz der inzwischen 26 beteiligten Verbände wären wir an diesem Punkt nicht angekommen“, betont Jörn Ehlers, Sprecher des Aktionsbündnisses aktives Wolfsmanagement. „Wir haben gemeinsam dafür gesorgt, dass die Realität auf den Weiden endlich politisch wahrgenommen wird.“

Gegründet wurde das Aktionsbündnis, um den Sorgen von Weidetierhaltern, Schäfern, Jägern, Pferdehaltern und ländlichen Regionen eine gemeinsame Stimme zu geben. Hintergrund waren die zunehmende Ausbreitung des Wolfs in Niedersachsen und die damit wachsenden Belastungen durch Übergriffe und Risse für die Weidetierhaltung.

Tatsächlich gilt Niedersachsen bundesweit als beispielhaft: Im Auftrag der Landesregierung führt in Niedersachsen die Landesjägerschaft Niedersachsen in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Wolfsberatern ein landesweites passives Monitoring durch. Mit der Rissbegutachtung übernimmt die Landwirtschaftskammer im Auftrag des Landes Niedersachsen eine weitere Aufgabe beim Wolfsmanagement.

Als bundesweit nahezu einzigartig gilt außerdem das niedersächsische Dialogforum „Weidetierhaltung und Wolf“, das von Umweltminister Christian Meyer und Agrarministerin Miriam Staudte initiiert wurde. Dort bringt sich das Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement seit Jahren aktiv ein und vertritt die Interessen der Weidetierhalter, der Landwirtschaft und des ländlichen Raums. Gemeinsam mit Natur-, Landwirtschafts- und Schafzuchtverbänden werden dort regelmäßig Lösungen diskutiert und weiterentwickelt. Ergebnis dieses Dialogs waren in den vergangenen Jahren immer wieder Erweiterungen und Vereinfachungen bei den Fördermöglichkeiten für Herdenschutzmaßnahmen. „Das zeigt, dass sachliche Beharrlichkeit Wirkung entfalten kann – auch wenn es zuweilen bei manchen Punkten sehr lange dauert“, blickt Ehlers auf die bisherigen Erfolge zurück.

Aktuell haben sich die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert. Auf europäischer Ebene wurde der Schutzstatus des Wolfs abgesenkt. In Deutschland ist der Wolf inzwischen in das Bundesjagdgesetz aufgenommen worden. Damit sind neue Möglichkeiten für ein aktives Wolfsmanagement eröffnet. Für das Aktionsbündnis ist das ein wichtiger Meilenstein — aber noch keine Lösung. Entscheidend sei nun, dass Niedersachsen die neuen Spielräume konsequent nutzt und einen rechtssicheren, regional differenzierten Wolfsmanagementplan aufstellt. „Was vor einigen Jahren noch als Tabuthema galt, ist heute Teil der politischen und rechtlichen Realität“, sagt Ehlers. Das Aktionsbündnis wird daher weiterhin treibende Kraft bei der Umsetzung eines aktiven Wolfsmanagements durch Bejagung sein, damit die Weidetierhaltung in Niedersachsen eine Zukunft hat. (LPD 42/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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